Mit dem Thema Lohnverhandlung sind Arbeitnehmer in Jobs in der Schweiz im Laufe ihres Berufslebens nicht nur einmal konfrontiert. Beim Berufseinstieg kommt die Frage zum Gehalt auf jeden Fall auf. Und auch später – beispielsweise beim Jobwechsel – kommen Arbeitnehmer an ihr nicht vorbei. Doch wie viel Geld kann man verlangen und wann ist der richtige Zeitpunkt für das Gespräch mit dem Chef? Der Beitrag erklärt, wie die optimale Vorbereitung auf die Lohnverhandlung für Jobs in der Schweiz aussieht.
Lohnverhandlung richtig einleiten
Lohn und Gehalt sind sensible Themen, bei denen man nichts überstürzen sollte. Schliesslich bedeutet eine Lohnerhöhung für den Arbeitgeber, dass der Arbeitnehmer teurer wird. Häufig macht hier deshalb der Ton die Musik. Beschäftigte in Jobs in der Schweiz sollten also auf Formulierungen und ihre psychologischen Effekte achten. Beispielsweise empfiehlt es sich, von einer «Lohnanpassung» statt von einer Erhöhung zu sprechen. Die Begriffe klingen zwar ähnlich, «Anpassung» wirkt jedoch weniger fordernd und vermittelt den Eindruck, dass ein Missstand angepasst werden muss.
Lohnverhandlungen sollten immer einen konkreten Anlass haben und auf nachvollziehbaren Gründen fussen. Argumente können zum Beispiel sein, dass Sie in letzter Zeit mehr Aufgaben, Projekte und Verantwortung übernommen haben. Auch das Übertreffen der Zielvereinbarung aus dem letzten Mitarbeitergespräch bietet einen passenden Anlass. Zur Unterstützung der Argumentation sollten Sie vor dem Gehaltsgespräch eine Leistungsmappe zusammenstellen. In dieser sammeln Sie Projekte, Zahlen, konkrete Beispiele und übernommene Aufgaben. Die Leistungsmappe dient auch als Gedächtnisstütze im Gespräch mit dem Chef.
Ganz wichtig bei der Gehaltsverhandlung: Die Leistungen, mit denen Sie argumentieren, müssen nachweisbar beziehungsweise quantifizierbar sein. Schliesslich kann nur der mehr Geld verlangen, der vergleichsweise (zu früher oder zu Kollegen) mehr leistet. Ausser bei Beamten ist es übrigens nicht erfolgversprechend, allein aufgrund einer langen Betriebszugehörigkeit mehr Geld zu wollen. Statt sich mit Kollegen zu vergleichen, sollte man zudem den Fokus auf die eigenen Leistungen richten.
Fünf hilfreiche Tipps für die Lohnverhandlung
Egal, ob vor dem Vorstellungs- oder Mitarbeitergespräch – die Frage nach der Gehaltsverhandlung löst bei vielen Menschen mit Jobs in der Schweiz Unbehagen aus. Das Problem: Wer unsicher ist, tendiert dazu, sich unter Wert zu verkaufen und schneller klein beizugeben. Im Folgenden liefern wir fünf wertvolle Tipps, mit denen Sie die Gehaltsverhandlung gelassen und selbstbewusst angehen.
Tipp 1: Sich intensiv vorbereiten
Kaum etwas ist unangenehmer, als schlecht vorbereitet in ein so wichtiges Gespräch wie die Gehaltsverhandlung zu gehen. Besser ist es, sich frühzeitig auf das Mitarbeitergespräch vorzubereiten und Wünsche und Argumente konkret auszuformulieren. Machen Sie sich einen Spickzettel, beispielsweise in Form einer Leistungsmappe. Notieren Sie zudem realistische Ziele und Gründe dafür, dass Sie eine Gehaltserhöhung verdient haben. Dabei sollten Sie sich stets an harten Fakten orientieren und Ihre Leistungen im Zweifelsfall anhand von Beispielen nachweisen können. Darüber hinaus sollten alle Argumente auf Ihre Funktion im Unternehmen und Ihre persönlichen Stärken gemünzt sein.
Tipp 2: Den eigenen Marktwert kennen
Wir tendieren dazu, uns unter unserem wahren Wert zu verkaufen. Gerade wenn man unsicher ist, passiert das schnell. Dabei kann sowohl die Frage nach einem zu hohen als auch die nach einem zu niedrigen Gehalt ein schlechtes Bild auf Sie werfen. Häufig pokert man zu hoch, weil man erwartet, dass der Vorgesetzte die vorgeschlagene Lohnerhöhung ohnehin herunterdrücken wird. Man sollte dabei aber trotzdem realistisch bleiben, um sich nicht die Chancen zu verderben. Ein sehr niedriger Gehaltswunsch hinterlässt bei vielen Arbeitgebern allerdings auch keinen guten Eindruck.
Doch wie gelingt es, den eigenen Marktwert zu ermitteln? Eine gerechte Bezahlung hängt nicht nur von Ihrem Studium oder Ihrer Ausbildung ab. Auch die Berufserfahrung und erreichte Erfolge sowie Nachweise über Fort- und Weiterbildungen spielen eine Rolle. Besonders vorteilhaft ist es, die Gehaltsforderung mit besonderen Fähigkeiten und Kenntnissen untermauern zu können.
Tipp 3: Flexibel und willensstark sein
Gute Verhandler sind einerseits durchsetzungsfähig und beharrlich, andererseits bringen sie Verständnis für ihr Gegenüber auf. Bei der Lohnverhandlung geht es also darum, sich nicht zu schnell entmutigen zu lassen und zur gleichen Zeit eine gewisse Flexibilität mitzubringen. Letztere beweisen Sie, indem sie vorab Alternativvorschläge für mögliche Gesprächsszenarien entwerfen. Sie müssen damit rechnen, dass Ihr Arbeitgeber Ihre Frage nach einem höheren Gehalt ablehnen wird? Dann bringen Sie kreative Vorschläge, beispielsweise den Erhalt von Zusatzleistungen wie einer bezahlten Fortbildung, an.
Tipp 4: Zum richtigen Zeitpunkt fragen
In Vorbereitung auf die Lohnverhandlung sind auch taktische Überlegungen angebracht. Überlegen Sie: Wann ist der beste Moment für die Frage nach einer Gehaltserhöhung? Ein guter Zeitpunkt ist beispielsweise dann, wenn Sie in letzter Zeit mehrere berufliche Erfolge verzeichnen konnten. Geht es dem Unternehmen wirtschaftlich schlecht, ist der Zeitpunkt wahrscheinlich nicht der beste. Dies gilt auch dann, wenn die Beziehung zu Ihrem Vorgesetzten in letzter Zeit abgekühlt ist.
Sie bemerken während des Gesprächs, dass Ihr Gegenüber abgelenkt ist oder gestresst wirkt? Bevor das Gespräch in einer Sackgasse landet, sollten Sie einen anderen Zeitpunkt für die Verhandlungen vorschlagen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Ihre Wünsche nicht gehört werden oder Sie sich mit einem Gehalt abfinden müssten, das Ihnen nicht zusagt.
Tipp 5: Klare Vereinbarungen treffen
Ganz wichtig: Halten Sie das Ergebnis der Gehaltsverhandlung schriftlich fest. So vermeiden Sie, dass am Ende zwei verschiedene Versionen desselben Gesprächs existieren. Solche Unklarheiten können später zu viel Ärger führen – nämlich dann, wenn das Gehalt im Arbeitsvertrag nicht angepasst wird.
Alle Beteiligten sollten das Ergebnis absegnen, also ihm schriftlich zustimmen. Sehr gut ist es, das Gesagte am Ende des Gesprächs noch einmal zu wiederholen. So vermeidet man Missverständnisse und geht sicher, dass alle auf dem gleichen Nenner sind.
Noch ein Tipp: In Lohnverhandlungen für Jobs in der Schweiz hilft ein sicheres, selbstbewusstes Auftreten allgemein. Wer damit Schwierigkeiten hat, sollte die Gesprächssituation vorab üben. Beispielsweise bietet es sich an, eine andere Person zu einer Art Rollenspiel zu bitten und Fragen und Antworten durchzuspielen.