In Luzern lebt es sich gut – aber vergleichsweise teuer. Da ist es besonders wichtig, einen Job mit gutem Gehalt zu finden! Aber wie viel benötigt man im Kanton wirklich, welche Berufe sind gefragt und zahlen gut und wie findest Du sie? Wir haben die Antworten!
So hoch sind die Lebensunterhaltskosten in Luzern
Wer in der Schweiz lebt, muss erhebliche finanzielle Belastungen tragen: Durchschnittlich zwölf Prozent des Einkommens gehen zum Beispiel an die Einkommens- und Vermögenssteuer, rund 25 Prozent sind für Wohnkosten nötig.
Dass es in einigen Kantonen und Städten zu höheren oder niedrigeren Belastungen kommen kann, ist klar. Luzern liegt dabei im oberen Mittelfeld und ist vergleichsweise teuer! Zu diesem Ergebnis kommt eine grossangelegte Studie der Credit Suisse.
Sie vergleicht die Lebensunterhaltskosten in allen Kantonen für unterschiedliche Haushalte. Die Untersuchung ist besonders interessant, da sie ein sehr breites Spektrum an Einkommensstufen und Haushaltsformen (Single, Ehepaare mit Kindern, Ehepaare ohne Kinder, Rentnerhaushalte) erfasst.
Luzern schafft es dabei auf Platz 9 der Liste. Vor allem die Mietkosten in der Stadt schlagen hier zu Buche, was für eine touristisch interessante Gegend keineswegs überraschend ist. Bei den Krankenkassenprämien, den berufsbedingten Pendelabzügen/Mobilitätskosten und der steuerlichen Belastung kommen die Luzerner hingegen recht günstig davon.
Auch die Kinderbetreuung verursacht hier erhebliche Kosten – in anderen Regionen können Eltern mit einer besseren finanziellen Unterstützung rechnen, während luzerner Eltern die vierthöchsten Belastungen der Schweiz tragen müssen.
Insgesamt bleiben dadurch nur etwa 45 Prozent der Einnahmen aus Jobs und Co. bei einem Singlehaushalt in Luzern am Ende des Monats übrig – im Rest der Schweiz sind es durchschnittlich 49 Prozent! Auch Ehepaare haben hohe Kosten: 58 Prozent (Paare ohne Kinder, 59 Prozent mit Kindern) gehen vom Einkommen ab.
Dabei ist Luzern steuerlich keineswegs teuer und schneidet im schweizweiten Vergleich sogar gut ab. Ein Grossteil der Belastung entsteht durch die Fixkosten, die im Kanton und vor allem Luzern-Stadt recht hoch ausfallen.
Natürlich geht es auch noch teurer: In Genf müsstest Du noch einmal rund 30 Prozent mehr für die Miete zahlen – da macht Luzern doch insgesamt eine gute Figur!
Zudem ist die finanzielle Belastung immer ein Teil des “Gesamtpakets”: Im Gegenzug für hohe Mietkosten und ähnliche Ausgaben profitieren die Luzerner zum Beispiel von einer sehr guten wirtschaftlichen Lage mit reichlich Jobs, einer guten Position im Zentrum der Schweiz oder der attraktiven Landschaft rund um den Vierwaldstättersee.
So viel verdienst Du bei einem Job in Luzern
Ob man in einer Stadt oder einem Kanton eher günstig oder teuer lebt, hängt auch massgeblich davon ab, wie viel Du verdienst. Zeit also, einen Blick auf die Jobs in Luzern zu werfen!
Der durchschnittliche Jahreslohn liegt bei 74.000 CHF und ist im Vergleich zu den Nachbarkantonen solide, aber nicht weltbewegend. Besonders die anderen Grossstädte der Schweiz locken mit einem deutlich höheren Durchschnittseinkommen, aber natürlich auch entsprechend höheren Lebensunterhaltskosten.
Dennoch gibt es viele interessante und gut bezahlte Jobs in der Zentralschweiz. Vor allem der IT-Sektor bietet sehr gute Verdienstmöglichkeiten. Er zahlt die höchsten Löhne in der Region, gefolgt vom Finanzbereich und der Pharma- und Chemiebranche.
Die meisten Jobs findest Du natürlich in der Hauptstadt des Kantons, aber auch die umliegenden Orte bieten eine hohe Anzahl an offenen Stellen. Denn die Arbeitslosigkeit lag mit 1,2 Prozent zuletzt sehr niedrig und deutlich unter dem schweizweiten Durchschnitt von knapp zwei Prozent.
Viele Jobs sind also seit längerer Zeit unbesetzt und die Unternehmen bereit, tiefer in die Tasche zu greifen, um diese endlich zu besetzen. Das lohnt sich für Dich, wenn Du in den entsprechenden Branchen tätig bist oder hier Deine Karriere beginnen willst! Auch Quereinsteiger finden viele interessante und gut bezahlte Jobs.
Das sind die beliebtesten Jobs in Luzern
Eine grosse Anzahl an offenen Jobs wartet in Luzern auf Dich. Die meisten Stellenangebote gibt es im Bauwesen, also zum Beispiel für Bauingenieure, Architekten oder Personen im Strassenbau, Tiefbau oder rund um die Gebäudetechnik und Vermessung.
Der Gesundheitsbereich mit seinen verschiedenen pflegenden, medizinischen oder medizintechnischen Jobs folgt an zweiter Stelle. Das ist keine Überraschung, da diese Berufe in allen Kantonen eine grosse Nachfrage erleben.
Die Jobs mit den attraktivsten Gehältern der Region finden sich im Bereich Telekommunikation und Informatik. Das Angebot ist hier deutlich geringer, allerdings ist der Personalmangel hier besonders gross und die Stellen oft bereits längere Zeit unbesetzt.
Auch im Finanzwesen – einem weiteren, sehr gut bezahlten Bereich – findest du reichlich offene Jobs. In der ebenfalls lukrativen Chemiebranche sind die unbesetzten Stellen hingegen sehr überschaubar.
IT, Finanzen und Chemie sind also die idealen Anlaufstellen, wenn du auf ein hohes Gehalt wert legst. In Anbetracht der erheblichen Lebenshaltungskosten in diesem Kanton kann dies durchaus sinnvoll sein.
Unter den Ausbildungsberufen sind die Tätigkeiten als Kaufmann und Kauffrau mit Abstand am beliebtesten. Über 650 neue Lehrverträge gibt es hier pro Jahr, zuletzt ging die Anzahl aber leicht zurück. Fachpersonen für Gesundheit und Detailhandelsfachleute folgen auf Platz zwei und drei mit rund 400 bzw. 250 neuen Auszubildenden pro Jahr.
Besonders bei den IT-Berufen gibt es zahlreiche unbesetzte Ausbildungsplätze – und das, obwohl diese Branche die bestbezahlten Jobs in Luzern bietet! Falls Du Dich für eine Karriere in der Informationstechnologie interessierst, stehen Dir also eine Vielzahl von Stellen offen.
Gut zu wissen: An der Universität des Kantons sind rund 3.500 Studierende eingetragen. Etwa ein Drittel davon studieren Rechtswissenschaften. Auch von hier kommt so bald kein “Nachschub” für den IT-Bereich der Region. Denn: Es gibt bisher keine technische Fakultät, sodass Ausbildungsberufe oft die beste Option für Interessierte bilden.