Auf der Reise durch unser Berufsleben kommt irgendwann der Moment, in dem wir uns nach spannenderen Herausforderungen sehnen, von bestehenden Verhältnissen lösen oder einfach neue Wege gehen möchten. Egal aus welchem Grund Du eine Veränderung anstrebst, es gibt ein paar formelle Regeln, an die Du Dich dabei halten musst. Dazu gehört, den alten Arbeitsvertrag zu kündigen. Aber wie genau macht man das eigentlich und was gilt es beim Kündigungsschreiben zu beachten?
In diesem Artikel findest Du einen Überblick über die rechtlichen Anforderungen sowie Tipps, um sicherzustellen, dass Deine Kündigung rechtsgültig und termingerecht eingereicht wird. Mit unseren Infos zu Form, notwendigen Angaben im Schreiben und der Art der Zustellung bist Du bestens gerüstet, eine professionelle Kündigung zu schreiben.
Warum ist eine vernünftige Kündigung wichtig?
Sowohl aus rechtlicher Sicht als auch aus persönlichen Gesichtspunkten ist eine ordentliche Kündigung von entscheidender Bedeutung. Während Du Dich auf ein neues Kapitel im Arbeitsleben vorbereitest, möchtest Du nicht plötzlich feststellen, dass die Kündigung aufgrund von Missachtung rechtlicher Vorgaben unwirksam war.
Ebenso wichtig ist es, so präzise wie möglich zu kommunizieren, um Unklarheiten und Interpretationsspielraum zu vermeiden und das Ende des Arbeitsverhältnisses für beide Seiten reibungslos zu gestalten.
Darüber hinaus bewahrt ein sorgfältig formuliertes Kündigungsschreiben nicht nur Deinen professionellen Ruf als Arbeitnehmer, sondern pflegt auch die Beziehungen zu früheren Arbeitgebern. Es zeigt Respekt gegenüber Deinem bisherigen Unternehmen und lässt Türen für zukünftige berufliche Möglichkeiten offen.
Es kann Brücken bauen oder erhalten und vermeidet Missverständnisse oder rechtliche Komplikationen. Die Professionalität bei der Kündigung reflektiert auch Deinen persönlichen Charakter und kann entscheidend dafür sein, wie ehemalige Vorgesetzte oder Kollegen in Zukunft über Dich denken oder sprechen. Lass uns nun einen Blick darauf werfen, welche Formalien Du beim Schreiben einhalten musst.
Was sollte in Deinem Kündigungsschreiben stehen?
Es gibt wesentliche Elemente, die Du beachten musst, um die rechtliche Wirksamkeit Deines Schreibens zu gewährleisten. Dazu zählen:
Form
Deine Kündigung muss schriftlich verfasst sein. E-Mails, Fax oder gar mündliche Kündigungen sind rechtlich ausdrücklich nicht zulässig. Weiterhin ist das Kündigungsschreiben deutlich als solches zu kennzeichnen. Das kannst Du zum Beispiel mit dem Wort «Kündigung» im Betreff erreichen. Deine persönliche Unterschrift ist ebenfalls obligatorisch, um die Echtheit des Schreibens zu bestätigen.
Briefkopf und Adressierung
Um Dich als Absender eindeutig kenntlich zu machen, müssen Deine persönlichen Daten (Vorname, Nachname und aktuelle Adresse) im Brief stehen. Am besten beginnst Du den Briefkopf damit und schreibst diese Angaben oben links in Deine Kündigung.
Es folgt dann der Adressat: Verwende Name und Adresse Deines Arbeitgebers sowie die zuständige Abteilung. Richte das Schreiben ausserdem an einen spezifischen Empfänger. Je nach Firma können das eine Ansprechperson in der Personalabteilung, direkte Vorgesetzte oder Abteilungsleiter sein.
Wenn Du unsicher bist, wirf einen Blick in den Arbeitsvertrag oder frage in der Personalabteilung nach und verwende wenn möglich den vollständigen Namen des Adressaten. Nur mit korrekter Adressierung gilt die Kündigung als zugestellt, daher solltest Du auf diesen Punkt besonders achten.
Daten und Fristen
Ort und Datum, an welchen das Schreiben verfasst wird, müssen angegeben werden. Dafür eignet sich am besten der Platz oben rechts unter dem Briefkopf. Zusätzlich ist das Datum, zu dem das Arbeitsverhältnis beendet werden soll, im Text zu nennen.
Achte auf die Einhaltung der gesetzlichen oder vertraglichen Kündigungsfristen. Als Grundlage für die Berechnung dient hierbei der Eingang beim Arbeitgeber und nicht der Tag, an dem Du das Schreiben verfasst hast. Keine Sorge: Solltest Du Dich verrechnen, wird ersatzweise der nächstmögliche Termin zur Beendigung des Arbeitsvertrags angenommen. Versuche trotzdem, hier genau zu sein, um einen professionellen Eindruck zu hinterlassen.
Begründung
Sollte es sich um eine ausserordentliche, fristlose Kündigung handeln, musst Du den Grund hierfür angeben. Dies können beispielsweise sexuelle Belästigung, Gesundheitsgefährdung oder Nichtzahlung Deines Gehalts sein. Für eine fristgemässe Kündigung kannst Du hingegen auf eine Begründung verzichten.
Weitere Anfragen
Es ist üblich und empfehlenswert, in der Kündigung auch die Ausstellung eines qualifizierten Arbeitszeugnisses zu erbitten und die schriftliche Bestätigung des Erhalts der Kündigung zu verlangen. Von organisatorischen Fragen wie zum Beispiel nach restlichen Urlaubstagen solltest Du hingegen absehen. Dies klärt sich besser in nachfolgenden Gesprächen.
Beachtest Du diese Punkte, kannst Du leicht eine rechtlich wirksame Kündigung erstellen. Vermeide Tippfehler, welche Dein Schreiben schlimmstenfalls unwirksam machen könnten. Stelle ausserdem sicher, dass Dein Brief rechtzeitig und nachweislich zugestellt wird. Idealerweise übergibst Du ihn dazu persönlich oder versendest ihn per Einschreiben mit Rückschein.
Die richtige Formulierung Deines Kündigungsschreibens
Deine Kündigung verfolgt einzig den Zweck, den Arbeitgeber über die Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu informieren. Daher ist es wichtig, präzise Formulierungen beim Verfassen des Schreibens zu wählen. Der Betreff «Kündigung» sowie der Satz „Hiermit kündige ich mein bestehendes Arbeitsverhältnis fristgerecht und ordnungsgemäss zum [Datum].“ machen unmissverständlich klar, welchen Zweck Dein Brief verfolgt. Vermeide unnötige Ausschmückungen, um Klarheit zu gewährleisten.
Wenn Du möchtest, kann eine Danksagung die berufliche Beziehung positiv abschliessen. Diese kann beispielsweise lauten: „Ich möchte mich für die gute Zusammenarbeit bedanken und wünsche dem Unternehmen weiterhin alles Gute.“
Beachtest Du diese Hinweise, kannst Du leicht ein professionelles Kündigungsschreiben verfassen. Abschliessend noch der Tipp, eine Kopie für Deine Unterlagen zu machen. Sollten die Umstände Deiner Kündigung komplex sein, ist es empfehlenswert, sich zuvor rechtlich beraten zu lassen. Dies kann helfen, alle notwendigen Schritte zu verstehen und sicherzustellen, dass Du keine wichtigen Details übersiehst.
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