Wer an Storytelling denkt, denkt oft an Werbekampagnen und daran, wie es möglich sein kann, seine Zielgruppe „mit auf die Reise“ zu nehmen. Hierbei gerät oft in Vergessenheit, dass Storytelling auch im Bereich des Employer Brandings eine wichtige Rolle spielen kann. Immerhin solltest Du es – zum Beispiel als Verantwortlicher in einem Unternehmen – nicht nur schaffen, Deine Kunden, sondern gleichzeitig Deine Mitarbeiter zu überzeugen.
Immerhin ist es in der heutigen Zeit wichtiger denn je, als Arbeitgeber zu überzeugen. Vor allem viele Fachkräfte sind dazu in der Lage, sich den Betrieb, in dem sie arbeiten, selbst auszusuchen. Und ob ein Arbeitgeber als „attraktiv“ oder schlicht als „durchschnittlich“ empfunden wird, entscheidet sich oft bereits während des Bewerbungsprozesses.
In den folgenden Abschnitten erfährst Du mehr über das Thema Storytelling. Ausserdem findest Du heraus, warum es sich lohnt, dessen Vorteile nicht nur bei Marketingkampagnen, sondern auch bei der Suche nach dem „perfekten Mitarbeiter“ zu nutzen.
Was ist Storytelling überhaupt?
Bei der Verbindung zwischen Employer Branding und Storytelling sorgst Du dafür, dass Dein Unternehmen als Arbeitgeber überzeugt. Dementsprechend geht es hier nicht darum, Kunden, sondern vielmehr potenzielle Mitarbeiter zu erreichen. Im Idealfall hilft Dir das Storytelling dabei, interessante Bewerber auf Dich aufmerksam zu machen. Gleichzeitig solltest Du jedoch auch nie ausser Acht lassen, dass es natürlich auch wichtig ist, Deine bereits bestehenden Mitarbeiter zu halten. Und immer wieder aufs Neue von Dir zu überzeugen.
Um die Vorzüge von Storytelling für Deine Arbeitgebermarke voll zu nutzen, solltest Du im ersten Schritt den aktuellen Stand beurteilen. Dies stellt sicher, dass Du alle Möglichkeiten optimal ausschöpfst.
Hier geht es darum, sich die Frage „Wie nehmen mich Bewerber und Mitarbeiter wahr?“. Wenn Du weisst, wie Dein Betrieb nach aussen (und nach innen) wirkt, kannst Du eine Employer Branding Strategie entwickeln. Diese sollte auf Storytelling aufbauen und allen genau aufzeigen, welche Philosophie Deine Marke verfolgt. Für welche Werte steht das Unternehmen? Und wie sollen diese transportiert werden? Erst dann, wenn Du Dir hierüber im Klaren bist, ist es an der Zeit, die entwickelte Stratege nach aussen zu tragen – und zwar mit mitreissendem und emotionalen Storytelling!
Dieses sorgt im Idealfall dafür, dass potenzielle und bestehende Mitarbeiter eine Bindung zum Unternehmen aufbauen und sich mit ihm identifizieren können. Und eben nicht nur wegen des Geldes hier tätig sind.
Genau diese Bindung kannst Du übrigens unter anderem bereits im Rahmen Deiner Stellenausschreibungen nutzen. Wie wäre es zum Beispiel damit, keine gewöhnliche Anzeige in Schriftform zu schalten, sondern stattdessen einen Clip zu veröffentlichen. In diesem könnten Mitarbeiter zu Wort kommen, die erzählen, wie viel Spass es macht, im betreffenden Unternehmen zu arbeiten?
Storytelling im Employer Branding: Deshalb lohnt es sich!
Wenn Du im Employer Branding auf Storytelling setzt, stellst Du Deine Mitarbeiter in das Zentrum Deiner Bemühungen. Du zeigst, dass Du Dir darüber im Klaren bist, dass Deine Marke dem Team, das hinter ihr steht, viel zu verdanken hast und drückst somit Deine Wertschätzung aus.
Gib denjenigen, die sich bei Dir bewerben sollen, die Chance, mehr über Dein Unternehmen zu erfahren, indem Du zum Beispiel:
- Mitarbeiter interviewst
- Bilder aus dem Geschäftsalltag veröffentlichst
- aufzeigst, wie ihr euch immer wieder aufs Neue motiviert.
Auf diese Weise entsteht oft ein ganz besonderes Gemeinschaftsgefühl – und zwar oft bevor Dein potenziell neuer Mitarbeiter den Arbeitsvertrag unterschrieben hat.
Das „Geheimnis“, das sich hinter dieser Strategie verbirgt, ist schnell erklärt. Im Gegensatz zu klassischen Randdaten, die in so gut wie jeder Stellenausschreibung eine wichtige Rolle spielen („Was wir erwarten…“, „Was wir suchen…“) werden die Adressaten mit echten Geschichten konfrontiert. Sie lernen bereits ihre eventuell neuen Kollegen kennen und können sich – mit ein wenig Fantasie – vorstellen, wie es wäre, in dem betreffenden Unternehmen zu arbeiten.
Wo würdest Du Dich eher bewerben? Bei einem Unternehmen, das Du schon ein wenig besser kennengelernt hast oder bei einem Unternehmen, bei dem Dich der „Sprung ins kalte Wasser“ erwartet?
Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle erwähnt, dass natürlich auch Deine bestehenden Mitarbeiter davon profitieren können, wenn Du als Arbeitgeber auf Storytelling im Employer Branding setzt. Immerhin werden sie immer wieder aufs Neue in die Employer Brand integriert. Genau das stärkt ihre Bindung zum Unternehmen meist zusätzlich.
Ein weiterer Vorteil: Es ist nicht zwangsläufig zeitaufwendig, Storytelling und Employer Branding miteinander zu kombinieren. Vielmehr handelt es sich hierbei um eine spannende Möglichkeit, die Chancen, die modernes Recruiting bietet, noch umfassender einzusetzen.
Bleib authentisch: Die Do’s and Dont’s im Storytelling
Vorweg: Storytelling im Employer Branding muss nicht kompliziert sein. Wenn Du die folgenden Do’s and Dont’s beachtest, bist Du auf der sicheren Seite.
- Versuche, herauszufinden, was Deine Zielgruppe von Dir erwartet und passe Dein Storytelling entsprechend an. Am besten fragst Du Dich, welche Mitarbeiter Du anziehen möchtest und richtest Dein Storytelling dementsprechend auf „Teamwork“, „Nachhaltigkeit“, „Markenidentität“ usw. aus.
- Beziehe Deine Mitarbeiter mit ein und sprich mit ihnen über die Rolle, die sie beim Storytelling übernehmen. Achte darauf, dass möglichst viele Abteilungen und Ebenen des Unternehmens vertreten sind. So kommen sie alle zu Wort, wenn ihr zum Beispiel in einem Video, in dem ihr dazu aufruft, Bewerbungen zu schicken, über die Marke und deren Vision sprecht.
- Storytelling im Employer Branding sollte realistisch sein. Unterstreiche Deine Vorzüge als Arbeitgeber, ohne zu übertreiben.
- Nutze die Sozialen Medien. Hier kannst Du hervorragend nicht nur mit Schrift, sondern auch mit Bildern und Videos arbeiten und Deine Botschaft noch greifbarer übermitteln.
- Bei der Darstellung Deiner Marke als Arbeitgeber solltest Du auf keinen Fall lügen. Dein komplettes Unternehmen wird unglaubwürdig, wenn Du von einer geringen Fluktuation und einer überdurchschnittlich hohen Mitarbeiterzufriedenheit sprichst, die Bewertungen, die jeder im Netz einsehen kann, jedoch etwas anderes sagen.
Und wer weiss? Vielleicht kannst Du Dein Storytelling dazu nutzen, um die Abläufe in Deinem Betrieb zu untersuchen und kontinuierlich als Arbeitgeber besser zu werden?