Das Vorstellungsgespräch der Zukunft: KI-gestützte Interaktionen

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    KI gestützte Interaktionen

    Künstliche Intelligenz ruft höchst gegensätzliche Ansichten hervor. Befürworter loben das ungeheure Potenzial, das selbstlernende Maschinen in sämtlichen Lebensbereichen bieten. Kritiker hingegen fürchten langfristig nicht mehr zu bändigende Roboter. Fest steht, dass sich KI bereits ihren festen Platz in der modernen Welt gesichert hat. Und von immer mehr Unternehmen auch im Rekrutierungsprozess eingesetzt wird.

    Mit Sicherheit erhältst Du auf Deine ausgeschriebene Stelle auch KI-Bewerbungen. Das heisst: Deine Kandidaten haben sich beim Verfassen von An- und Motivationsschreiben der innovativen Technik bedient. Noch häufiger allerdings greifen Betriebe auf KI bei Bewerbungen zurück. Dabei nutzen sie das effektive Tool vor allem in zwei Bereichen: Bei einer ersten Kandidatenauswahl nach dem Bewerbungseingang. Und immer häufiger auch bei digitalen Vorstellungsgesprächen.

    Bei uns erfährst Du, wie sich künstliche Intelligenz im letzten Teil des Rekrutierungs-Prozesses nutzen lässt. Wir sagen Dir, welche Vorteile KI-gestützte Interaktionen bei Jobinterviews bieten. Und weisen Dich zugleich auf die Schwierigkeiten hin, die ein Einsatz der modernen Softwarelösungen nach sich ziehen kann.

    Wie funktioniert ein KI-gestütztes Bewerbungsinterview?

    Du besetzt eine Stelle mit einem Kandidaten, den ein Softwareprogramm für Dich ausgewählt hat? Was für Dich unglaublich klingen mag, ist bei vielen internationalen Grosskonzernen seit einigen Jahren gängige Praxis. Sie nutzen künstliche Intelligenz für digitale Jobinterviews. In der Schweiz begrenzen sich die Einsätze der selbstlernenden Software noch auf eine Sortierung von Bewerbungseingängen und automatisierte Kommunikation. Doch auch hier steigt die Bereitschaft, das effiziente Tool auf weitere Bereiche im Rekrutierungs-Prozess auszuweiten. So einfach, wie es klingt, ist es jedoch nicht. Denn werden Interviews bei Bewerbungen durch KI geführt, wirft dies viele Fragen auf. Nach ihrer Funktionsweise, dem Datenschutz, ihrer moralischen Rechtfertigung und nicht zuletzt nach ihrer Aussagekraft.

    Beginnen wir mit dem Ablauf von Vorstellungsgesprächen bei KI-Bewerbungen. Eine typische Methode virtueller Jobinterviews ist im Prinzip gar kein richtiges Interview. Vielmehr werden Bewerber zum Drehen eines Kurzvideos aufgefordert. In ihm sollen sie vorgegebene Fragen innerhalb einer festgelegten Zeitspanne beantworten. Am Ende beurteilt ein KI-basierter Rekrutierungs-Roboter persönliche und fachliche Kompetenzen der Kandidaten. Er sammelt Daten zu Sprachstil, Tonfall, Gestik und Mimik, erkennt inhaltliche Stärken und Schwächen. Die anschliessende Punktevergabe erfolgt anhand spezifischer Algorithmen zu Rekrutierungs-Gesprächen.

    Und dies ist bereits der erste Diskussionspunkt. Grundsätzlich analysieren KI-basierte Softwarelösungen alle Bewerber unvoreingenommen. Sie treffen ihre Entscheidungen einzig anhand des Anforderungsprofils – ohne Rücksicht auf Alter, Geschlecht oder Religion. Das klingt objektiv. Allerdings hängt diese Fairness von der ursprünglichen Dateneingabe ab. Denn die Algorithmen wurden von Menschen definiert. Zudem übernehmen die selbstlernenden Programme möglicherweise Vorurteile aus vorangegangenen Entscheidungen. Für einen chancengleichen Prozess sind eine sorgfältige Programmierung und kontinuierliche Überprüfung der Algorithmen daher unerlässlich.

    Weitere Kritikpunkte finden sich in der Nutzererfahrung: Viele Bewerber können ihre Beurteilung nicht nachvollziehen. Sie wissen nicht, ob KI lediglich Deine Entscheidung erleichtert oder Du Dich komplett auf die Empfehlung des Rekrutierungs-Roboters verlässt.

    Doch es geht nicht nur um die Akzeptanz der Bewerber. Du bist zudem zur Einhaltung geltender Datenschutzrichtlinien verpflichtet. Aktuell bedeutet dies, dass Du

    • den Einsatz von KI bei Bewerbungsgesprächen transparent kommunizieren
    • die Daten jeden Bewerbers umfänglich schützen
    • im Falle des Widerspruchs eines Kandidaten gegen eine KI-Bewertung ein persönliches Interview als Alternative anbieten

    musst.

    Es ist, wie anfangs beschrieben: Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille. Fassen wir also nochmals die Pluspunkte und Schwächen eines Jobinterviews im Rahmen einer KI-gestützten Bewerbung zusammen.

    KI bei Bewerbungsgesprächen: Vorteile

    Werfen wir zunächst einen Blick auf die vielen Pluspunkte, die Du mit dem Einsatz der spezifischen Maschinen generierst:

    • Zeitersparnis: Ein digitales Bewerbungsgespräch ist zeiteffizient – auch für den Kandidaten. Von zu Hause aus geführt, muss er nur die Zeit aufwenden, die er wirklich vor dem Bildschirm verbringt. Deine Anwesenheit ist dank der KI-basierten Bewertung nicht einmal zu dieser Zeit erforderlich.
    • Fehlerreduktion: Aufwendige manuelle Prozesse wie das Niederschreiben stichpunktartiger Notizen entfallen. Zudem sind KI-Systeme konsistent. Müdigkeit und Launenhaftigkeit sind ihnen fremd. Sie bleiben unbeeinflusst von Krankheiten, arbeiten zu jeder Zeit und gewährleisten eine gleichbleibend hohe Qualität. Auch können sie ohne Übersetzungsfehler Interviews in zahlreichen Sprachen führen.
    • Objektivität: KI kennt keine Emotionen oder Vorurteile. Ihre Auswahl trifft sie absolut neutral.
    • Schnelligkeit: Maschinen können innerhalb kürzester Zeit zahlreiche Vorstellungsgespräche führen und erhebliche Datenmengen analysieren. So beschleunigen sie den Entscheidungsprozess: ideal, wenn Du auf der dringenden Suche nach Fachkräften bist.
    • Lernfähigkeit: Mit jeder Interview-Auswertung lernen KI-Systeme dazu. So passen sie sich kontinuierlich an und verbessern stetig ihre Auswahl.

    KI bei Bewerbungsgesprächen: Nachteile

    Es folgen die Nachteile, die Du vor einer Verwendung von KI bei Bewerbungen unbedingt beachten solltest:

    • Zwischenmenschlichkeit: Viele Bewerber fühlen sich weniger wertgeschätzt, beurteilt sie ein Softwareprogramm.
    • Inflexibilität: KI richtet sich strikt nach ihren bekannten Algorithmen. Nutzt ein Bewerber zu wenig Schlüsselwörter, sortiert sie ihn sofort aus.
    • Vorurteile: Unbeabsichtigte Verzerrungen anhand vergangener Entscheidungen oder nicht-repräsentativer Trainingsdaten sind nicht auszuschliessen.
    • Emotionslosigkeit: Soft-Skills wie Kreativität, soziale Intelligenz oder Empathie kann KI anhand eines Bewerbungsgespräches nur in Ansätzen bewerten.
    • Konformität: Weisen alle Kandidaten die identischen Merkmale auf, geht die Diversität in Deinem Unternehmen verloren. Damit verschenkst Du Potenzial, das durch unterschiedliche Fähigkeiten und Ansichten entstehen kann.
    • Abhängigkeit: Technik ist etwas Wunderbares – sofern sie nicht gestört wird. Wird das Internet unterbrochen oder Dein Datensystem gehackt, kannst Du Dich auf Deine KI-Roboter nicht mehr verlassen.
    • Datenschutz: Noch bestehen auch rechtliche Bedenken zum garantierten Datenschutz und einer möglichen Verletzung von Persönlichkeitsrechten.

    Fazit

    Die Integration von künstlicher Intelligenz hat eine neue Ära im Rekrutierungsprozess eingeleitet. Immer mehr Betriebe in der Alpenrepublik verlassen sich bei der Prüfung von Kandidaten auf die Empfehlungen der selbstlernenden Software. Auch Du kannst KI zur digitalen Ablage eingehender Daten und der Schaffung eines übersichtlichen Talentpools verwenden. Sobald Du die Software aber auch in Deinen Jobinterviews einsetzt, vergiss nie die menschliche Komponente bei der Kandidatenauswahl. Zur Unterstützung Deiner Entscheidungsfindung eignet sich künstliche Intelligenz fraglos. Treffen solltest Du die endgültige Wahl jedoch selbst.

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