Altersdiversität im Unternehmen: Chancen und Herausforderungen

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    Gruppe lächelnder Menschen unterschiedlichen Alters und verschiedener Herkunft, die zusammenstehen

    Jede Generation ist auch ein Produkt ihrer Zeit. Und oft fehlt das gegenseitige Verständnis für die älteren oder jüngeren Jahrgänge. Nicht selten beruht dies auf Vorurteilen – und einem fehlenden offenen Austausch. 

    Gut möglich, dass Du derzeit Mitarbeiter aus gleich vier Generationen beschäftigst. Denn noch planen viele Babyboomer erst ihren Ruhestand. Die Generationen X und Y stehen mitten im Arbeitsleben. Und die Gen Z? Sie bereitet sich auf ihre berufliche Karriere vor.

    Unter anderem liegt den Digital Natives eine diskriminierungsfreie Unternehmenskultur mit gleichen Rechten für alle am Herzen. Auf konkrete Nachfragen erhältst Du jedoch höchstwahrscheinlich Antworten zur Offenheit gegenüber Herkunft, religiöser Weltanschauung und geschlechtlicher Orientierung. Altersdiversität kommt nur den wenigsten sofort in den Sinn. Dabei zählt auch sie zu den allgemein anerkannten Kerngruppen hinsichtlich Vielfältigkeit und Verschiedenartigkeit. Vor allem aber muss auch die Altersdiversität in Unternehmen nicht zwangsläufig ein kompliziertes Betriebsklima herbeiführen. Im Gegenteil: Konzentrierst Du Dich auf ihre vielen positiven Aspekte, kannst Du gleich zweifach von Age Diversity profitieren. Du steigerst die Motivation und damit die Produktivität Deiner Mitarbeiter und stärkst ihre Bindung an Dein Unternehmen. Beachte einfach unsere Tipps – und die Resultate werden sich schneller einstellen, als Du denkst.

    Was bedeutet Altersdiversität in Unternehmen?

    Zur Vermeidung späterer Missverständnisse beginnen wir mit der Definition von Altersdiversität. Im englischsprachigen Raum, auch als Age Diversity bekannt, beschreibt Altersdiversität die Zugehörigkeit von Personen zu allgemein festgelegten Generationen. Sie gilt als eine der Schlüsselkategorien der allgemeinen Diversität. Trotz leicht unterschiedlicher Ansätze umfasst diese die Bereiche 

    • regionale und soziale Herkunft 
    • Geschlecht und sexuelle Orientierung
    • Weltanschauung
    • fachliche sowie persönliche Fähigkeiten. 

    Während einige Dimensionen wie Bildung oder Religion nicht auf Anhieb ersichtlich sind, lässt sich das Alter zumeist relativ korrekt einschätzen. Und nicht selten grenzen sich einzelne Generationen innerhalb einer Belegschaft automatisch voneinander ab. Damit stehst Du vor der Aufgabe, die offensichtlichen Unterschiede zwischen allen Altersgruppen zum Positiven zu wenden. Nimm die Herausforderung an und betrachte Age Diversity in Deinem Unternehmen als Chance. Schärfe das Bewusstsein aller Mitarbeiter für die charakteristischen Einstellungen und Verhaltensweisen der jeweils anderen Generation. Und Du wirst binnen kurzem die zahlreichen Pluspunkte zu Deinen Gunsten nutzen können.  

    Altersdiversität: Das sind die Vorteile

    Du kennst nun also die Definition von Altersdiversität. Und bereits mit einem Blick auf Deine Beschäftigten werden ihre jeweiligen jahrgangstypischen Unterschiede deutlich. Damit hast Du grosses Glück! Stell Dir vor, alle Deine Mitarbeiter teilten die identischen Werte. Sie wären so gut wie immer der gleichen Meinung und ähneln sich in allem, was sie tun. Wie langweilig! Und auch: Wie unproduktiv. Altersdiversität in Unternehmen bietet dir zahlreiche Vorteile, die Du ausschöpfen solltest, solange Du kannst. Gelingt es Dir, Hürden ab- und Verständnis aufzubauen, kann Altersdiversität in Unternehmen

    • zum Abbau von Vorurteilen führen
    • den Wissensaustausch fördern
    • Verständnis für andere Blickwinkel schaffen
    • Kreativität und Innovation bedingen
    • Motivation und Produktivität steigern 
    • Flexibilität und Anpassungsfähigkeit erhöhen
    • Kundenservice verbessern
    • für ein angenehmes Betriebsklima sorgen
    • Mitarbeiter an Deinen Betrieb binden

    Dass unterschiedliche Ansichten so häufig zu Streit statt zu produktiven Resultaten führen, liegt zumeist an der fehlenden Bereitschaft zur Akzeptanz. Jeder von uns hat vorgefasste Ansichten – doch wir können sie ablegen. Denn es ist reine Ansichtssache, ob der Bedarf der Gen Z nach Remote Work als Flexibilität ausgelegt wird oder als Unverbindlichkeit. Ob die Arbeitsmoral der älteren als fleissig gilt oder unverständlicher Gehorsam. Dabei ist die Branchenerfahrung älterer Mitarbeiter und das digitale Know-how der jüngeren eine unschlagbare Kombination. Es liegt an Dir, Missverständnisse innerhalb Deiner Belegschaft auszuräumen, Akzeptanz zu schaffen und den generationenübergreifenden Zusammenhalt zu fördern. So wird Age Diversity zum Kapital in Deinem Unternehmen.

    So förderst Du Age Diversity in Deinem Unternehmen

    Aktuelle Studien zeugen von Schwierigkeiten vieler Schweizer Arbeitgeber mit der Bindung der Gen Z an ihre Betriebe. Unter anderem liegt dies an den Wertvorstellungen, die die jungen Fachkräfte an ihre Arbeitsumgebung stellen. An den Wahrnehmungsunterschieden, die mit den einzelnen Generationen aufeinandertreffen. Und an der fehlenden Strategie zur Altersdiversität vor allem in kleinen und mittelständischen Betrieben. Doch es ist gar nicht so kompliziert, eine respektvolle Arbeitsumgebung zu schaffen und Age Diversity effizient zu nutzen. Dafür solltest Du Dir eine durchdachte Methodik zurechtlegen – am besten Schritt für Schritt.

    • Definiere Dein Ziel: Du möchtest Altersdiversität in Deinem Unternehmen als Chance begreifen. Und dafür eine reibungslose Zusammenarbeit aller Mitarbeiter schaffen 
    • Verfasse einen Plan zur Altersstruktur Deiner Belegschaft. Notiere auch, wie viele Beschäftigte innerhalb des kommenden Jahres aus Deinem Betrieb ausscheiden werden und wie viele Neueinstellungen Du planst
    • Identifiziere aktuelle Konfliktbereiche 
    • Notiere Dir die Potenziale einer verständnisvollen Kommunikation 
    • Qualifiziere Führungskräfte in Schulungen mit dem Umgang einzelner Altersgruppen und der Arbeit mit generationengemischten Teams 
    • Entwickle Best Practices zur Förderung des Miteinander:
      • Biete Job-Rotation oder Job-Sharing-Programme 
      • Lass beim Reverse Mentoring die Älteren von den Jüngeren lernen
      • Teile in der Kantine Sitzplätze zu und mische dabei Alt und Jung
      • Organisiere Teamworking-Events und Workshops
    • Veröffentliche Unternehmensleitlinien zur Förderung von Age Diversity 
    • Biete professionelle Vortragsreihen externer Experten zum Thema der Überwindung von Altersdiskriminierung
    • Beobachte und analysiere regelmässig die Effizienz Deiner Massnahmen und passe gegebenenfalls individuelle Punkte an

    Und als Tipp zum Schluss noch einer für den Anfang: Altersdiversität in Unternehmen beginnt bereits im Rekrutierungsverfahren. Stelle hierbei sicher, dass sich keine Generation ausgegrenzt fühlt. Verzichte in Stellenanzeigen daher auf Anforderungen wie jahrelange Erfahrung oder Aussagen wie jung und dynamisch. Informiere über die offene Position sowohl auf Social Media als auch in Printmedien. Biete den Digital Natives One-Click-Bewerbungsoptionen, aber akzeptiere zugleich analoge Bewerbungsmappen. Und verdeutliche bereits in Deiner Anzeige, dass Inklusion und Respekt auch zwischen verschiedenen Altersgruppen zu nicht-verhandelbaren Unternehmenswerten zählen. 

    Ja – es wird nicht einfach. Doch die Mühe lohnt sich. Denn Age Diversity ist kein Problem, sondern eine grossartige Chance.

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