Gemeinde Hedingen
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Beschreibung
Geschichte
Verschiedene archäologische Funde deuten darauf hin, dass das Gebiet der Gemeinde Hedingen seit dem 8. oder 7. Jahrhundert v. Chr. zeitweise bewohnt wurde. Spuren einer Ansiedlung aus der Römerzeit fanden sich auf dem Kreuzrain. Der Name "Hedingen" mit der Endung "-ingen" ist wahrscheinlich die älteste Ortsbezeichnung zwischen Albis und Reuss. Sie stammt vermutlich aus dem 6. Jahrhundert n. Chr. und beweist, dass hier seit damals Leute gelebt haben.
Die erste Kirche wurde im 10. oder 11. Jahrhundert gebaut, vermutlich am gleichen Ort wie die heutige, um 1510 errichtete. Bei der Kirche erhob sich im Mittelalter eine Burg. Ob das im 13. und 14. Jahrhundert lebende Rittergeschlecht "von Hedingen" etwas mit der Burg zu tun hatte, ist ungewiss. Vom 15. Jahrhundert an scheint sie zerfallen zu sein.
Die herrschaftlichen Rechte über Hedingen gehörten im Hochmittelalter zum Teil dem Kloster Pfäfers, zum anderen Teil verschiedenen Adelsfamilien, die ihrerseits vom 13. Jahrhundert an von den Habsburgern abhängig waren. Zwischen 1415 und 1503 brachte Zürich diese Rechte an sich. Das Wappen Hedingens, eine in Gold gestürzte, schwarze Eckspitze, stimmt mit dem Schild der damaligen Vogtei Hedingen überein.
Im ausgehenden Mittelalter lebten die Hedinger hauptsächlich vom Getreide- und Weinbau. Die starke Bevölkerungszunahme vom Ende des 15. bis zum beginnenden 19. Jahrhundert (um 1470 etwa 100 Einwohner, 1836 über 1000 Einwohner) hatte bald zur Folge, dass nicht mehr alle Einwohner von der Landwirtschaft leben konnten. Schon um 1787 waren mehr als die Hälfte als Heimarbeiterinnen und Heimarbeiter im Baumwollgewerbe tätig. Dazu kam eine kräftige Auswanderung nach Osteuropa und Übersee. So zog 1690 ein Viertel der damals rund 600 Hedinger miteinander nach Brandenburg.
Das 19. Jahrhundert brachte in der Umgebung die Umstellung von der Heim- zur Fabrikarbeit und die Ablösung der Baumwollverarbeitung durch die Seidenindustrie. Da es in Hedingen bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts keine Seidenfabrik gab, sank die Einwohnerzahl langsam, aber stetig und erreichte um 1890 einen Tiefpunkt von rund 800 Personen. Bis zum Zweiten Weltkrieg stieg die Bevölkerung allmählich wieder auf etwas über 900 Einwohner. Im Gebäude der 1955 eingegangenen Seidenweberei ist heute ein Metallbaubetrieb tätig. Mit dem Gewerbe und anderen Industrieunternehmen bietet Hedingen zahlreiche Arbeitsplätze. Die Landwirtschaftsbetriebe sind bis auf rund zwei Dutzend zurückgegangen.
Wappen
Das Wappen von Hedingen stellt eine Schildfigur dar und wird als schräg gestellte Pflugscharspitze in goldenem Ährenfeld gedeutet. Die Schildfigur erscheint schon 1288 im Wappensiegel des Ritters Johannes von Hedingen. Die seit 1503 zürcherische Vogtei Hedingen , die 1507 mit der Vogtei Maschwanden-Freiamt verschmolzen wurde, führte den Schild weiter. Das Vogteiwappen steht auf den Silbertaler von 1512, auf dem Kelchtaler von 1526, auf Mandatholzschnitten des 16. und 17. Jahrhunderts, auf den Kantonskarten von Jos Murer (1566) und Hans Konrad Gyger (1667) sowie in Regiments- und Ämterbüchern von 1613 und 1693. Das Wappen wurde im 19. Jahrhundert von der Gemeinde übernommen und durch Gemeinderatsbeschluss vom 8. Juni 1926 das offizielle Gemeindewappen von Hedingen.
Besonderheiten
Kirchenuhr
Die Hedinger Kirchenuhr geht der Zeit um drei Minuten vor. Dieser immer noch bestehende Brauch beruhte ursprünglich auf einem – längst hinfällig gewordenen – Gemeindeversammlungsbeschluss zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Begründet wurde dieser Schritt damit, dass immer wieder Einwohnerinnen und Einwohner spät oder zu spät zum Bahnhof gingen. Das Vorstellen der Uhr sollte verhindern, dass die Bahnpassagiere knapp vor dem einfahrenden Zug noch die Geleise überquerten und so Unfälle provozierten.
Solarenergie
Ein wichtiger Geschäftszweig der Ernst Schweizer AG ist die Solarenergie. Die Firma ist für ihre Pionierleistungen schon verschiedentlich mit schweizerischen Solarpreisen ausgezeichnet worden. Das an der Forschungsausstellung «Heureka» in Zürich viel beachtete Niedrigenergiehaus, an dem die Firma Ernst Schweizer AG massgeblich beteiligt war, ist im Frühjahr 1994 als Doppeleinfamilienhaus wieder aufgebaut worden. Weitere Hedinger Preisträger waren Architekt Rudolf Schmid, bekannt durch die Solardächer auf seinen Mehrfamilienhäusern, und die Gemeinde Hedingen für das Fördern dieser Alternativenergie.
Hedinger Weiher
Im Herzen des Säuli-Amtes können Sie an den Ufern des Hedinger Weihers eine der schönsten Gartenwirtschaften entdecken. Von Anfang Mai bis Ende September ist diese bei einigermassen schönem Wetter geöffnet. Herrlich in die Landschaft eingebettet, bildet das Badeareal mit seinen vielen Bäumen den geeigneten Rahmen für einen erholsamen Aufenthalt. Zudem steht ein grosser Gratis-Parkplatz zu Ihrer Verfügung.