Die Corona-Krise führte dazu, dass Millionen von Schweizer Arbeitnehmern von einem Tag auf den anderen zum ersten Mal im Homeoffice arbeiten mussten. In vielen Schweizer Jobs heisst es inzwischen aber wieder: zurück ins Büro! Immer mehr Betriebe proben die Rückkehr in den einstigen Alltag und Angestellte dürfen (oder müssen) zurück an den Schreibtisch. Mit den folgenden Tipps lässt sich die Umstellung problemlos meistern.
Homeoffice oder nicht – das ist hier die Frage
Sei es der eigenen Gesundheit zuliebe oder weil die Konzentration und die Kinderbetreuung daheim leichter fällt. Viele Arbeitnehmer mit Stellen in der Schweiz wünschen sich, im Homeoffice zu bleiben. Wenn der Chef die Rückkehr an den Arbeitsplatz im Büro anordnet, ist jedoch klar: Arbeitnehmer müssen sich fügen, da Arbeitgeber über das sogenannte Weisungsrecht verfügen und daher den Arbeitsort bestimmen dürfen.
Da das Thema Homeoffice jedoch in letzter Zeit in vielen Schweizer Unternehmen einen so grossen Stellenwert einnimmt. Könnte dies jetzt eine gute Gelegenheit sein, um eine Homeoffice-Regelung auszuhandeln. Insbesondere für Personen, die einer Risikogruppe angehören, dürften die Chancen, bis zum Ende der Pandemie im Homeoffice bleiben zu dürfen, gut stehen. Doch auch für Arbeitnehmer ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen kann es sich lohnen, den Chef um ein diesbezügliches Gespräch zu bitten. Dazu trägt das allgemeine Umdenken in der Wirtschaft bei, wenn es um die «Remote Work» geht. Im Zuge der Krise etabliert sich das Homeoffice mehr und mehr. Und Fragen kostet ja bekanntlich nichts!
Ein veränderter Arbeitsalltag
Für alle, die zurück an den alten Arbeitsplatz müssen, gilt: Von Normalität kann noch keine Rede sein. Unternehmen müssen sich an die Ausnahmesituation anpassen und mit den gesetzlich vorgeschriebenen Einschränkungen umgehen. Wenn bereits alle Mitarbeiter aus dem Homeoffice zurückgekehrt sind, muss beispielsweise eine neue Sitzordnung geschaffen werden, um Mindestabstände einzuhalten.
Ob und inwiefern sich die Dinge für den Einzelnen verändern, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Beispielsweise, welchen Job ausgeübt wird, wie die Arbeitsumgebung aussieht und wer der Arbeitgeber ist. Gut möglich ist auch, dass Bereiche wie die Kaffee-Ecke gesperrt sind oder Kunden und Besucher das Gebäude nicht betreten dürfen. Meetings finden eventuell noch nicht oder in einem veränderten Rahmen statt.
Arbeitnehmer mit Job in der Schweiz müssen sich in ihrem Arbeitsalltag auf neue Regeln der Zusammenarbeit sowie der Kommunikation und Hygiene einstellen. Dazu zählen die Abstandsregeln sowie das häufige Waschen und Desinfizieren der Hände. Kommuniziert werden sollte mit einer gewissen Distanz zueinander. Ausserdem sind die Schreibtische regelmässig zu reinigen und es gelten neue Richtlinien für Dienstreisen.
Die Gesundheit hat Priorität
Auch am Büroarbeitsplatz heissen die wichtigsten Regeln der vergangenen Monate weiterhin Abstand und Hygiene.
So sollten Arbeitnehmer sich spätestens jetzt die Hust- und Niesetikette angewöhnen. Arbeitgeber sind aufgefordert, in den Eingangsbereichen und Toiletten Möglichkeiten zur Händedesinfektion bereitzustellen.
In bestimmten Unternehmensbereichen kann es zudem zu einer Einführung der Maskenpflicht kommen. Empfehlenswert ist ausserdem häufiges Lüften. Wer Krankheitssymptome hat, sollte den Arbeitsplatz verlassen oder gleich zu Hause bleiben und den Verdacht von einem Arzt abklären lassen.
Persönliche Kontakte einschränken
Für das Einhalten von Abständen gelten die Arbeitsschutzmassnahmen des Staatssekretariats für Wirtschaft. So soll ein Abstand von wenigstens 1,5 Metern eingehalten werden. Da dies in Grossraumbüros häufig nicht umsetzbar ist, dürfen viele Büroräume nicht voll besetzt werden.
Unternehmen gehen mit diesen Aufforderungen unterschiedlich um: Einige beispielsweise teilen ihre Teams in Gruppen auf und nutzen die Bürofläche zu unterschiedlichen Zeiten. So arbeitet eine Gruppe am Vormittag oder an bestimmten Wochentagen im Büro. Währen die jeweils andere Gruppe von zu Hause aus arbeitet, und umgekehrt.
Während vor der Krise non-territoriale Arbeitsweisen wie Desk-Sharing ein Hoch erlebten, erweisen sich diese zurzeit als problematisch. Schliesslich erhöhen Schreibtische, die geteilt werden, die Infektionsgefahr. Unternehmen sollten ihren Mitarbeitern daher in der nächsten Zeit feste Arbeitsplätze zuweisen. Ist dies nicht möglich, sind die Oberflächen der Arbeitsplätze nach jeder Benutzung zu desinfizieren. Wenigstens Tastatur und Maus sollten nur von einer Person verwendet werden.
Spuckschutz-Vorrichtungen im Grossraumbüro
Auch an Raumtrenner und Abschirmungen im Büro müssen sich Arbeitnehmer künftig gewöhnen. Abschirmungen zwischen gegenüberliegenden Schreibtischen beispielsweise machen das Arbeiten sicherer – wichtig ist dabei, dass sie über die Mund- und Nasenpartie hinausragen.
Bei höhenverstellbaren Schreibtischen sind die Trenner so einzurichten, dass sie beide Arbeitstische deutlich überragen. Nur so sind die Mitarbeiter in der Lage, ihre Schreibtische flexibel und unabhängig voneinander in der Höhe zu verstellen.
Mehr informieren und kommunizieren
Wer zurück ins Büro beordert wird, sollte sich schnellstmöglich alle Informationen zu den geplanten Änderungen einholen. Fragen, welche Regeln von nun an zu beachten sind, hilft auch hier. Damit der Arbeitsalltag nicht unnötig gestört und die nötigen Veränderungen schnell zur Routine werden, ist die Kommunikation miteinander sehr wichtig.
Kommunikation kann ausserdem dem Selbstschutz dienen. Sprich also offen darüber, wenn der Arbeitgeber den gesetzlichen Bestimmungen nicht nachkommt oder sich Kollegen nicht an die Abstandsregeln halten. Das Ziel ist schliesslich, dass sich alle im Büro wohl und sicher fühlen und die neue Normalität Einzug nehmen kann.
Vorbereitung ist das A und O
Die Rückkehr in den vor der Krise üblichen Arbeitsalltag geht mit einer erneuten Umstrukturierung von Arbeitsweisen einher. Arbeitnehmer sollten sich daher vorab überlegen, wie sie im Büro wieder schnellstmöglich effektiv arbeiten können. Zur Vorbereitung gehört das Zusammenpacken aller benötigten Materialien, das Anlegen von To-do-Listen oder das Buchen von Terminen für Besprechungen.
Darüber hinaus sollte dafür gesorgen sein, stets einen sauberen Mundschutz griffbereit haben. Für den Kaffee aus der Kaffeeküche kann jeder eine eigene Tasse von zu Hause mitbringen. Darüber hinaus sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt: Wer Lust hat, kann beispielsweise lustige Hinweisschilder basteln, um die Kollegen an den Mindestabstand zu erinnern.
Fazit
Sich mental auf die neue Situation am Arbeitsplatz einzustellen, sich zu informieren und richtig zu kommunizieren sind die wichtigsten Schritte. Wenn es darum geht, wieder ins Büro zurückzukehren.
Manche Routinen aus der Zeit vor Corona sollte man hinterfragen und zumindest für eine gewisse Zeit verändern. Wie lässt sich der «alte» Arbeitsalltag sicherer, aber auch möglichst produktiv gestalten? Wer sich frühzeitig mit dieser Frage beschäftigt, für den klappt die Rückkehr ins Büro mit Sicherheit ganz ohne Probleme.