Das Timing des Arbeitsplatzwechsel ist einer der herausforderndsten – und kritischsten – Karriereschritte. Manchmal ist klar, warum ein Jobwechsel notwendig ist: Du bist mit der Unternehmenskultur unzufrieden, eine Beförderungsmöglichkeit ist nicht vorhanden oder Du interessierst dich für eine andere Art von Arbeit. Doch wenn man in einem Unternehmen vor sich hinarbeitet, gerät man leicht in eine Routine und denkt nicht mehr an andere Möglichkeiten. Ich ermuntere Dich dazu, noch einmal darüber nachzudenken.
Vielfältige Erfahrungen sind wichtig
Ich weiss aus erster Hand, wie schwer es sein kann, ein grossartiges Unternehmen zu verlassen. Bevor ich zur Lucas Group kam, war ich 11 Jahre lang bei einem Unternehmen tätig und half mit, das Geschäft auf aufzubauen. Meine Mitarbeiter waren wie eine Familie. Ich hatte auch das Glück, dass ich eine sehr enge Beziehung zu meinem Vorgesetzten hatte, der mich als Mentor betreute. Ich fing direkt nach dem Studium in dieser Firma an und bin dort beruflich «gross geworden». Über die Jahre erhielt ich zahlreiche Anrufe von Recruitern, die mir Stellenangebote anderer Unternehmen unterbreiteten. Doch ich habe mir aber nie Gedanken darüber gemacht.
Ich trat der Lucas Group nach einem Umzug quer durchs Land bei, um bei meinem zukünftigen Ehemann zu sein. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass ich hier in einem Monat mehr gelernt habe als im gesamten letzten Jahr an meinem vorherigen Job. Aber ich war so lange bei meiner ehemaligen Firma, dass jeder Tag wie ein Uhrwerk verlief. Die Lucas Group hat mich aus meiner Komfortzone geholt, mich mit neuen Perspektiven und Chancen vertraut gemacht. So konnte ich zu einem besseren Recruiter werden.
Der jährliche Check: Wann ist es Zeit zu gehen?
Dieser Artikel will keineswegs langfristige Beschäftigungsverhältnisse schlechtmachen und soll auch nicht zum ständigen Jobwechseln animieren. Wenn Du jedoch den Grossteil Deiner beruflichen Erfahrungen in einem einzigen Unternehmen gesammelt hast, schränkst Du möglicherweise Dein langfristiges Potenzial ein. Es ist von enormem Wert, wenn man mit verschiedenen Kollegen, Kunden und Managern und in verschiedenen Branchen arbeiten kann. Du lernst unterschiedliche Führungsstile, Denkweisen und Best Practices kennen. Wenn dann die Zeit für eine neue Stelle gekommen ist, können diese Erfahrungen Dich für zukünftige Arbeitgeber attraktiver machen.
Es gibt keinen Fahrplan, der einem sagt, wann man gehen sollte. In einigen Unternehmen ist das Arbeitsumfeld so dynamisch, dass man selbst nach zehn Jahren Betriebszugehörigkeit nicht weiss, was an einem gegebenen Tag passieren wird. In anderen Firmen fühlt man sich vielleicht schon nach sechs Monaten wie festgefahren. Deshalb empfehle ich einen jährlichen «Check» Ihres Berufslebens.
Frage Dich:
- Welche neuen Fähigkeiten habe ich in diesem Jahr gelernt?
- Welche bereits vorhandenen Fähigkeiten habe ich deutlich vertieft und verbessert?
- Wie bin ich als Führungskraft gereift?
- Wenn ich meine Wunschstelle schaffen könnte, wie würde diese Stelle im Vergleich zu meiner derzeitigen Tätigkeit aussehen?
- Was sind drei Dinge, die ich tun kann, um die Lücke zwischen dem zu schliessen, wo ich heute bin und wo ich sein möchte?
Diese Fragen helfen Dir dabei, zu reflektieren, wie weit Du schon gekommen bist und wohin Du dich entwickeln willst. Deine Antworten bekräftigen möglicherweise Deine Gründe, beim derzeitigen Unternehmen zu bleiben, oder sie veranlassen Dich dazu, andere Stellen in Betracht zu ziehen.
Ganz gleich, wie Du dich entscheidest – ich empfehle Dir, langfristig zu denken. Denn: «Du weisst nicht, was Du nicht weisst.» Es kann sein, dass Du nicht weisst, dass Dir eine bestimmte Berufserfahrung fehlt, bis Du diese gemacht hast. Vielleicht weisst Du nicht, dass Dein potentielles Gehalt anderswo weitaus höher sein könnte. Deshalb ist es so wichtig, neugierig zu bleiben. Stelle Fragen, ziehe andere Möglichkeiten in Betracht und hüte dich vor Selbstzufriedenheit.
Hier ist einer der einfachsten Wege, die Anrufe von Recruitern tatsächlich entgegenzunehmen. Wenn Du mit einem Recruiter sprichst, bist Du nicht verpflichtet, dich auf eine andere Stelle zu bewerben. Betrachte das Gespräch stattdessen als eine Gelegenheit, einen sachkundigen Marktüberblick von jemandem zu erhalten, der jeden Tag mit Unternehmen über offene Positionen und gewünschte Fähigkeiten spricht. Es kann nie schaden, mehr zu wissen.