Wörter wie agile Entwicklung und agiles Management sind in den letzten Jahren in aller Munde. Agilität gilt als Vorteil und Unternehmen, die agil arbeiten, als schnell und wendig. Agil arbeiten zu können ist insbesondere in IT Jobs ein echter Vorteil. Im folgenden Beitrag informiert Rocken.jobs zum Trendthema Agiles Arbeiten.
Was bedeutet agil?
Agil arbeitende Unternehmen verfügen über die Fähigkeit, sich schnell an neue Marktsituationen anzupassen. Statt Chaos und Schnellschüssen bringt die agile Arbeitsweise schnell und passgenau umgesetzte Kundenwünsche und Produktänderungen. Dabei läuft die Entwicklung digitaler Produkte in IT Jobs inkrementell ab. Das heisst, Änderungen erfolgen nicht auf einmal, sondern schrittweise und aufeinander aufbauend. Damit dieser Prozess erfolgreich sein kann, müssen Unternehmen neben einem neuen Mindset auch neue Teamstrukturen und Qualifikationen aufbauen.
Der Mittelpunkt jeder Produktänderung und jedes Strategiewechsels ist der Kunde. An seinen Wünschen orientiert sich das gesamte Projekt. Das Ziel agiles Prozesse ist es, immer besser zu werden, sich den Bedürfnissen des Marktes und des Kunden anzupassen. Um diese Bedürfnisse zu verstehen, müssen agile Teams ständig dazulernen, analysieren, experimentieren und Schlussfolgerungen ziehen. Auf diese Weise wird die Qualität gezielt optimiert.
Das agile Framework
Die Idee der agilen Softwareentwicklung ist nichts grundsätzlich Neues, sondern basiert auf bekannten, sich gegenseitig ergänzenden Theorien und Modellen. An die agile Arbeit angrenzende Philosophien sind zum Beispiel das aus Japan stammende Kaizen-Verfahren (Continuous Improvement), das Lean Management und Lean-Startup. Bei allen dreien geht es darum, sich ständig zu verändern und auf diesem Weg zu verbessern.
Darüber hinaus gibt es weitere Methoden und Denkweisen, die die Idee von der agilen Entwicklung befördert haben. Dazu gehören Kanban, das AGIL-Schema, Design Thinking und Extreme Programming (XP). Teilweise fällt es schwer, die Modelle und Prinzipien voneinander abzugrenzen, da sie sich gegenseitig beeinflussen und aufeinander verweisen.
Agile Entwicklung und Scrum
Häufig werden agile Entwicklung und der Begriff Scrum im gleichen Atemzug genannt. Doch ist Agilität wirklich gleich Scrum und andersherum?
Die korrekte Antwort: Scrum ist eine der zahlreichen agilen Entwicklungsmethoden. Allerdings handelt es sich bei Scrum um die wohl beliebteste und am weitesten verbreitete Methode für die agile Softwareentwicklung. So wird in Stellenausschreibungen für IT Jobs häufig eine Qualifikation als Scrum Master und/oder Product Owner verlangt.
Scrum geht – wie viele andere agile Methoden auch – iterativ vor. Das bedeutet, dass das Team ein Produkt in kurzen Schritten entwickelt, die schnell aufeinander folgen. Diese Projektphasen nennen sich Sprints und dauern in der Regel mindestens zwei und höchstens vier Wochen. Am Ende jedes Sprints steht ein funktionierendes Produkt, danach beginnt ein neuer Sprint. Eine Software wird auf diese Weise nicht «an einem Stück» programmiert, sondern inkrementell. Dabei wird das Produkt von Sprint zu Sprint immer schneller und besser und entspricht immer mehr den Wünschen der Kunden.
Agilität als Antwort auf Disruptionen
Globalisierung, Automatisierung, Digitalisierung – Veränderungen geschehen heute so schnell wie nie zuvor. Für Unternehmen bedeutet dies, dass der Wettbewerb grösser und die Produktlebenszyklen kürzer werden. Auch stabile Unternehmen müssen damit rechnen, vom einen auf den anderen Tag den Boden unter den Füssen zu verlieren. Bewährte Strukturen und Prozesse brechen auf, können sich nicht mehr durchsetzen oder verändern sich radikal. Damit Unternehmen diesen Disruptionen standhalten, müssen sie ihre Reaktionsfähigkeit ausbauen, ohne die Kundenbedürfnisse aus den Augen zu verlieren. Nokia und Kodak sind nur zwei Beispiele für grosse Organisationen, die sich nicht schnell genug an Veränderungen auf dem Markt anpassen konnten und inzwischen bedeutungslos sind.
Einführung agilen Arbeitens in Unternehmen
Um ein Unternehmen agiler zu gestalten, braucht es das richtige Mindset. Alle Mitarbeiter müssen verstanden haben, was Agilität ist, warum sie eingeführt wird und wie man agil arbeitet. Alte, starre Denkweisen müssen zurückgelassen werden. Stattdessen gilt es, die Prinzipien des Agilen Manifests zu verinnerlichen. Zum Beispiel: Das Reagieren auf Veränderungen ist wichtiger als das Befolgen von Plänen.
Auch die Eigenverantwortung der Beteiligten ist gefragt. Die Mitarbeiter müssen akzeptieren, dass das Denken und Arbeiten in Top-Down-Hierarchien nun der Vergangenheit angehört. Die alten Strukturen fallen aber nicht ersatzlos weg. Um Planlosigkeit und Chaos zu vermeiden, gibt es neue Strukturen und Positionen. Unternehmen, die mit Scrum arbeiten, schaffen Rollen wie den Scrum Master beziehungsweise Agile Coach und den Product Owner.
Bevor man sich für eine agile Methode entscheidet, gilt es jedoch abzuwägen, ob sie zum Unternehmen und den Geschäftskunden passt. Ausserdem ist der Wandel gründlich vorzubereiten. Nur so ziehen am Ende alle Mitarbeiter mit und wissen, worin ihre Rolle im neuen agilen Framework besteht.
Für Unternehmen, die sich noch nicht komplett auf das agile Arbeiten einlassen können, bietet sich ein hybrides Modell an. Hierfür lässt sich zum Beispiel das klassische Wasserfall-Modell aus dem Projektmanagement mit einer agilen Methode kombinieren. vermischen. Dieses Vorgehen birgt einen weiteren Vorteil: Die Strukturen müssen nur teilweise angepasst werden, was die Budget-Vorgaben nicht überstrapaziert.
Bedeutung von Agilität für IT Jobs
Ein Sprichwort besagt, dass ein Jahr in der IT fünf «normalen» Jahren entspreche. Und das stimmt, denn die bereits hohe Taktung nimmt stetig zu. Lebenslanges Lernen ist für IT-Experten daher ein absolutes Muss. Für Personen in IT Jobs ist es daher unerlässlich, neugierig zu bleiben und sich immer weiterentwickeln zu wollen.
Besonders gefragt sind in zahlreichen Branchen und bereits seit einigen Jahren Scrum Master und Agile Coaches. Ist man erst einmal im Job, geht es darum, Ergebnisse auszuwerten und aus ihnen Schlussfolgerungen für neue Fortschritte zu ziehen. Dabei gilt es, stets an die Bedürfnisse der Kunden zu denken, um sinnvolle agile Produkte zu entwickeln. Agile Methoden wie Jobs To Be Done können helfen, den eigenen Arbeitsprozess und den des Teams zu strukturieren. Das Verinnerlichen der agilen Werte trägt nicht nur zur Vereinfachung von Abläufen, sondern auch zu kontinuierlichen, neuen Ergebnissen bei.
Fazit
Agile Methoden liefern die Antwort auf eine immer unsicher und komplexer werdende Welt. Die Fähigkeit zur schnellen, strukturierten Anpassung stellt damit eine Schlüsselkompetenz der modernen Arbeitswelt dar – und das ganz besonders in der IT. Um erfolgreich zu sein, muss die agile Entwicklung allerdings richtig verankert und umgesetzt werden. Dies gelingt nur, wenn das gesamte Unternehmen die Veränderung annimmt und ein agiles Mindset adaptiert.