Egal, ob elektrische Geräte im Haushalt oder im betrieblichen Alltag ausfallen: Der Elektriker gilt für viele Menschen als erster Ansprechpartner, wenn es darum geht, die verschiedenen Steckdosen, Toaster, Herd oder Kühlschrank wieder nutzen zu können.
Möglicherweise kannst auch Du Dich für den Bereich der Elektrik begeistern und fragst Dich, welche Ausbildung beziehungsweise welche Qualifikationen es braucht, um als Elektriker sein Geld verdienen zu können.
Fest steht, dass die Arbeitsbereiche, mit denen diese Berufsgruppe konfrontiert wird, sicherlich deutlich abwechslungsreicher sind, als viele vermuten würden.
Aber wie hoch ist eigentlich das Gehalt eines Elektriker Meisters? Gibt es einen Unterschied zwischen Elektroniker und Elektriker? Was gilt es sonst noch zu beachten, wenn Du Dich beruflich entsprechend spezialisieren möchtest? Die folgenden Abschnitte liefern Dir Antworten auf diese und weitere Fragen rund um einen Beruf, für den sich nach wie vor viele Menschen begeistern.
Ausbildung und Qualifikationen von Elektrikern
Mit einer dualen Ausbildung schaffst Du die Basis für Deinen Beruf als Elektriker. „Dual“ bedeutet, dass Du einen Teil Deiner Ausbildung im Betrieb und einen Teil in der Berufsschule absolvierst. Während es in der Berufsschule darum geht, sich mit theoretischen Inhalten auseinanderzusetzen, hast Du im Ausbildungsbetrieb die Möglichkeit, auch viele praktische Erfahrungen zu sammeln.
Zu den typischen Aufgaben, mit denen Du hierbei konfrontiert werden wirst, gehören unter anderem:
- die Montage und Demontage von Baugruppen
- die Umsetzung vorgegebener Schutzmassnahmen
- das Messen elektrischer Grössen
- das Verbinden von Komponenten
- die Einschätzung bestehender Gefahren
- Funktionsprüfungen in unterschiedlichen Bereichen, zum Beispiel im Zusammenhang mit mechanischen Sicherheitsvorrichtungen.
Damit Du optimal auf Deinen Berufsalltag vorbereitet wirst, lernst Du beim Besuch der Berufsschule so gut wie alles, was Du im Zusammenhang mit der Planung beziehungsweise der Ausführung elektrischer Installationen wissen musst.
Ergänzend hierzu beschäftigst Du Dich im Rahmen der einzelnen Unterrichtsfächer unter anderem auch mit Auftragsverwaltung, wirtschaftlichen Aspekten und Inhalten, die der Allgemeinbildung dienen.
In der Regel und bei entsprechenden Leistungen schliesst Du nach etwa zwei Jahren Deine Ausbildung zum Elektriker ab. Vor dem zweiten Ausbildungsjahr findet eine Zwischenprüfung statt.
Arbeitsbereiche und Aufgaben von Elektrikern
Die Arbeitsbereiche und Aufgaben, die Dich als Elektriker erwarten, beziehen sich auf unterschiedliche Ebenen. Die folgende Auflistung ist bei Weitem nicht vollständig, liefert Dir jedoch eine gute Übersicht, wenn es darum geht, sich einen ersten Eindruck über den Berufsalltag nach der Elektriker Ausbildung zu verschaffen.
Das Installieren von Bauteilen
Egal, ob im Zusammenhang mit Abwassersystemen, elektrotechnischen Anlagen oder Fertigungen: Die Installation von Bauteilen gehört für Elektriker zum Alltag. Manchmal braucht es jedoch keine Lösung von der Stange. In diesem Fall kann es notwendig werden, die betreffenden Bauteile selbst zu entwerfen.
Reparaturen
Zu den Aufgaben eines Elektrikers gehört es selbstverständlich unter anderem, Geräte, die nicht mehr funktionieren, zu reparieren. Um einem möglichen Defekt jedoch bestmöglich vorzubeugen, ist es auch wichtig, elektrische Systeme in regelmässigen Abständen Kontrollen zu unterziehen. Auf diese Weise können die Verantwortlichen vielen Problemen und Ausfallzeiten vorbeugen.
Die Übergabe neuer Gerätschaften
Nicht alle elektrischen Geräte sind selbsterklärend. Daher beantworten Elektriker ihren Kunden Fragen zur Anwendung und Inbetriebnahme.
Um sicherzustellen, dass Du als Elektriker mit Hinblick auf technische Neuerungen und gesetzliche Vorgaben immer auf dem neuesten Stand bist, solltest Du Dich selbstverständlich auch fortbilden, um Dich auf dem Laufenden zu halten. Allein aufgrund der Tatsache, dass es immer wieder neue, technische Entwicklungen gibt, die den Alltag der Nutzer erleichtern können, ist es wichtig, am Ball zu bleiben.
Hieraus ergibt sich unter anderem, dass sich die Arbeitsbereiche und Aufgaben von Elektrikern – teilweise rasend schnell – verändern. Viele technische Lösungen, die in diesem Zusammenhang angeboten werden, tragen das Potenzial in sich, den Arbeitsalltag komfortabler werden zu lassen. Dennoch wirst Du hier selbstverständlich nicht nur mit vielen Herausforderungen, sondern auch mit einer grossen Verantwortung konfrontiert – und zwar in allen Aufgabenbereichen.
Wenn Du möchtest, kannst Du Dich bereits im Rahmen Deiner Ausbildung als Elektriker auf einen der folgenden Fachbereiche spezialisieren:
(Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es sich bei „Elektriker“ um einen veralteten Begriff handelt. Weitere Informationen hierzu findest Du im Abschnitt „Unterschied zwischen Elektroniker und Elektriker“.)
Automatisierungstechnik im Bereich Handwerk
Elektriker, die sich auf die Automatisierungstechnik im Bereich Handwerk fokussiert haben, kümmern sich unter anderem um die Wartung und um die Installation elektronischer Anlagen. Zu ihren Aufgaben gehört es zum Beispiel, dafür zu sorgen, dass alle Sensoren an den eingesetzten Anlagen einwandfrei funktionieren.
Informations- und Telekommunikationstechnik
Hier geht es darum, elektrische Sicherheits- und Kommunikationssysteme zu entwerfen und zu realisieren. Elektriker, die im Bereich der Informations- und Telekommunikationstechnik tätig sind, kümmern sich zum Beispiel darum, dass Alarmanlagen in Betrieb genommen werden können. Zudem sind sie für viele die ersten Ansprechpartner, wenn es darum geht, Anlagen zu automatisieren.
Automatisierungs- und Systemtechnik
Wie die Bezeichnung bereits vermuten lässt, kümmern sich Elektriker, die sich auf den Bereich der Automatisierungs- und Systemtechnik fokussiert haben, um die Automatisierung von Anlagen. Ihre Aufgabe ist es unter anderem, genau die Software zu programmieren, die letztendlich dafür sorgt, dass die entsprechenden Anlagen weitestgehend ohne manuelles Zutun arbeiten können.
Energie- und Gebäudetechnik
Im Bereich der Energie- und Gebäudetechnik dreht sich alles um die elektronischen Systeme, die innerhalb von Gebäuden eingesetzt werden. Typische Beispiele hierfür sind Elektroherde, Heizungen und Waschmaschinen.
Das kannst Du als Elektriker verdienen
Wer sich ein wenig genauer mit dem Gehalt von Elektrikern auseinandersetzt, erkennt schnell, dass der Durchschnittsverdienst teilweise extremen Schwankungen unterlegen ist. Dies liegt unter anderem daran, dass es gleich mehrere Faktoren gibt, die das Gehalt dieser Berufsgruppe beeinflussen. So ist es zum Beispiel von:
- Deiner Berufserfahrung
- Deiner Qualifikation
- der Branche, für die Du Dich entschieden hast
- Deinem Aufgabenbereich
- der Grösse des Betriebes
abhängig, wieviel Geld Du als Elektriker verdienst.
In der Regel kannst Du jedoch mit einem Bruttogehalt von ungefähr 65000 CHF rechnen. Wie im Zusammenhang mit anderen Berufen gilt auch für den Elektriker, dass Deine Gehaltsaussichten besser werden, wenn Du bereits über mehrere Jahre Erfahrungen im Beruf sammeln konntest. Hier ist es durchaus möglich, dass Dein Verdienst auf deutlich mehr ansteigt.
Die besten Gehaltsaussichten hat sicherlich ein Elektriker, der als Meister in einem vergleichsweise grossen Unternehmen arbeitet.
Du möchtest Dich als Elektriker selbstständig machen? In diesem Fall gibt es mit Hinblick auf Dein Einkommen keine wirkliche Grenze nach oben. Aufgrund einer weitestgehend unsicheren Auftragslage und letztendlich zudem aufgrund der Tatsache, dass es mittlerweile viele grosse Unternehmen geschafft haben, sich einen Namen zu machen, bist Du als selbstständiger Elektriker jedoch gut beraten, Dir einen finanziellen Puffer für mögliche Ausfallzeiten anzulegen.
Unterschied zwischen Elektroniker und Elektriker
Die Berufsbezeichnung „Elektriker“ ist in gewisser Weise veraltet. Dennoch wirst Du nicht nur im Zusammenhang mit diesem Text, sondern auch in aktuellen Stellenanzeigen führender Unternehmen mit dem Begriff konfrontiert. Das Wort „Elektriker“ hat sich mittlerweile einen festen Platz in der Umgangssprache vieler Menschen gesichert und wird dementsprechend immer noch verwendet. Obwohl heutzutage eigentlich „Elektroniker“ die richtige Bezeichnung wäre.
Ein wirkliches „Falsch“ gibt es hier nicht. Unabhängig davon, ob Du Dich dazu entschliesst, von nun an „Elektroniker“ oder wie bisher „Elektriker“ zu verwenden, wird Dein Gegenüber zu einer grossen Wahrscheinlichkeit wissen, was gemeint ist.
Solltest Du jedoch, zum Beispiel im Rahmen Deines nächsten Vorstellungsgesprächs, mit etwas Hintergrundwissen auftrumpfen wollen, kann es sicherlich nicht schaden, sich mit möglichen Unterschieden auseinanderzusetzen. Wer im Hinterkopf behält, dass die Bezeichnung „Elektriker“ eher veraltet ist, könnte die Schlüsse ziehen, dass auch die Ausbildungsinhalte vergleichsweise auf der älteren Seite stehen und viele neue Lerninhalte dazugekommen sind.
Oder anders: Wenn Du Dich heute für eine Ausbildung zum Elektroniker entscheidest, erlernst Du deutlich modernere Techniken als diejenigen, die sich vor etlichen Jahren für eine Ausbildung zum Elektriker entschieden haben.
Bei diesem Definitionsansatz handelt es sich jedoch um eine Feinheit, die im normalen Alltag nicht zum Tragen kommt. Dementsprechend dürfte es vollkommen unerheblich sein, ob Du Dich mit den Worten „Ich bin Elektriker!“ oder mit den Worten „Ich bin Elektroniker!“ bei Deinen Kunden vorstellst.