Egal, ob man sich beruflich verändern möchte oder nach dem Studium auf der Suche nach einem Vollzeitjob ist – wer sich auf Jobs in der Schweiz oder im Ausland bewirbt, merkt häufig schnell, dass die Suche nach einer passenden Arbeitsstelle nicht immer ganz leicht fällt. Insbesondere wenn man eine Absage nach der anderen erhält oder der Bewerbungsprozess länger dauert, baut sich Frust auf. In dem Fall hilft der wohl wichtigste Tipp für die Jobsuche: Den Kopf nicht hängen lassen! Die Jobsuche zieht sich meist länger hin, als man sich das vorstellt – häufig geht es dann aber plötzlich ganz schnell. Was zu beachten ist, um die Jobsuche besonders einfach und zielführend zu gestalten, zeigen die folgenden fünf Tipps.
Tipp 1: Für die richtigen Jobs bewerben
Bevor man beginnt, sich zu bewerben, sollte man sich Gedanken über seinen Wunscharbeitgeber machen. Schon die Grösse des Unternehmens kann hier ausschlaggebend sein: Beispielsweise gibt es Menschen, die lieber in einem grossen Unternehmen arbeiten, das eine sichere Arbeitsstelle und zahlreiche Aufstiegschancen bietet. Andere wiederum reizt die Aussicht auf spannende Projekte in kleinen Agenturen oder Start-ups. Es lohnt sich, die Suche an den eigenen Kriterien auszurichten und gegebenenfalls auf bestimmte Arbeitgeber einzuschränken. Schliesslich geht es darum, einen Job zu finden, der einen dauerhaft zufriedenstellt.
Wer noch keine konkreten Vorstellungen zu seinem Wunschjob hat, sollte sich die Mühe machen und herausfinden, was die eigenen Ziele sind. Ausserdem sollte man herausfinden, welche Stellen bzw. Arbeitgeber diesen dienen können. Das spart Zeit und vermeidet die frustrierende Erfahrung, ein Arbeitsverhältnis zu beginnen, das nicht erfüllend ist.
Tipp 2: Sich von Arbeitgebern finden lassen
Headhunter, die von Berufs wegen gut vernetzt sind, bringen nicht nur Arbeitgebern, sondern auch Bewerbern zahlreiche Vorteile. Sie verfügen über Insider-Wissen darüber, welche Unternehmen in einer Region zurzeit nach neuen Talenten für bestimmte Stellen suchen. Zwar sind professionelle Headhunter insbesondere in den Branchen aktiv, in denen aktuell besonders grosser Fachkräftemangel herrscht. Doch auch wer sich für Stellen in anderen Bereichen bewirbt, kann von beruflichen Netzwerken profitieren.
Die Karriereplattformen Xing und LinkedIn beispielsweise bieten Nutzern die Möglichkeit, ihren Lebenslauf online zu stellen. Zusätzlich können Nutzer sich vernetzen und von Arbeitgebern oder Headhuntern gefunden werden. Letzteren fällt es dank entsprechender Suchfunktionen viel leichter, passende Talente für offene Stellen ausfindig zu machen und Kontakte herzustellen. Anhand der online zur Verfügung gestellten Lebensläufe lässt sich schnell erkennen, ob ein Kandidat dem Anforderungsprofil für eine Stelle entspricht oder nicht.
In vielen Branchen gehört ein gepflegtes Arbeitnehmer-Profil auf LinkedIn oder ähnlichen Plattformen schon zum Standard. Mit etwas Glück wird man auf diese Weise gezielt von einem Unternehmen angeworben und spart sich den Aufwand, selbst nach passenden Jobs in der Schweiz zu suchen.
Tipp 3: Auch auf nicht ausgeschriebene Stellen bewerben
Der sogenannte verdeckte Stellenmarkt umfasst Positionen, die von Arbeitgebern aus verschiedenen Gründen nicht öffentlich gemacht werden. In einem solchen Fall versuchen Unternehmen beispielsweise, freie Stellen durch eine interne Nachfolge zu besetzen oder suchen mittels Mitarbeiterempfehlungen nach einem Ersatz. Häufig wird auch ein Headhunter beauftragt.
Ohne selbst aktiv zu werden, erhalten Arbeitnehmer auf Stellensuche nur selten Zugang zu diesen nicht ausgeschriebenen Stellen. Man hat aber zum Beispiel die Möglichkeit, im Bekanntenkreis herumzufragen, ob sie einen Arbeitgeber kennen, der zurzeit nach einem neuen Mitarbeiter sucht. Eine weitere Option ist es, auf gut Glück Initiativbewerbungen an Wunscharbeitgeber zu verschicken. Diese kommen bei vielen Arbeitgebern gut an, da der Bewerber die Initiative ergreift und mit Mut und Selbstbewusstsein punktet. Eine gut geschriebene Initiativbewerbung birgt ausserdem den Vorteil, dass sie Chefs oder Mitarbeitern der Personalabteilung im Gedächtnis bleibt. Selbst wenn gerade keine Stelle zu besetzen ist, erinnern sich die betreffenden Personen möglicherweise an die Bewerbung zurück, wenn sich eine Vakanz ergibt.
Tipp 4: Ein berufliches Netzwerk aufbauen
Egal, ob Berufseinsteiger oder erfahrener Arbeitnehmer, Angestellter oder Selbstständiger – tragfähige berufliche Netzwerke sind wichtig. Sie helfen, die Karriere voranzutreiben. Es ist also in jedem Alter und jeder beruflichen Position ratsam, sich auf beruflicher Ebene zu vernetzen. Schliesslich ist es so, dass Beförderungen oder lukrative Aufträge nicht nur aufgrund von Fachkompetenzen vergeben werden. Häufig hängen diese mit den richtigen Beziehungen zusammen. Man muss also keine wichtige Position einnehmen, um ein Netzwerk aufzubauen und zu pflegen. Stattdessen geht es eher darum, die Augen offenzuhalten und Kontakte zu knüpfen, die später einmal hilfreich sein könnten.
Die gute Nachricht ist, gutes Networking lässt sich erlernen. So sollte man beim Aufbauen eines Netzwerks darauf achten, wen man aufnehmen möchte und welche Ziele man dabei verfolgt. Gutes Networking zieht sich über Jahre hinweg und umfasst Kollegen, Ex-Kollegen sowie Geschäftspartner und externe Dienstleister. Durch das Knüpfen von Kontakten in der eigenen Branche ergibt sich ein Netzwerk erfahrener Fachkräfte, die ähnliche Ziele haben. Diese können auch bei der Jobsuche hilfreich sein. Sie haben teilweise andere Kontakte als man selbst und können Empfehlungen für eine freie Stelle aussprechen.
Tipp 5: Das Bewerbungsschreiben nach der AIDA-Formel aufbauen
Ein klar strukturierter Lebenslauf und ein gut aufgesetztes Bewerbungsschreiben sind das A und O jeder Bewerbung. Neben einer übersichtlichen Gliederung zeichnet sich ein gutes Schreiben vor allem durch eine Reduktion auf das Wesentliche aus. Kurz und prägnant sollte es sein – dabei darf man sich aber durchaus selbstbewusst zeigen. Die AIDA-Formel hilft dabei, gezielt für sich zu werben, sowie beim Aufbau der Bewerbung:
A – Attention: Es geht darum, die Aufmerksamkeit des Lesers zu wecken. Dafür bietet sich beispielsweise eine gut formulierte Betreffzeile an, die sich möglichst konkret auf die Stellenanzeige bezieht.
I – Interest: Indem man einen Bezug zu den Bedürfnissen des Arbeitgebers herstellt, weckt man dessen Neugier. So kann man beispielsweise im ersten Absatz schon auf gesammelte Erfahrungen in der jeweiligen Branche hinweisen. Das eigene Profil sollte anhand weniger, aber dafür gut ausgewählter Qualifikationen dargestellt werden.
D – Desire: Im Hauptteil der Bewerbung geht es darum, den Wunsch für ein persönliches Gespräch zu wecken. Bewerber sollten erläutern, warum sie für die Stelle geeignet sind und auf welche besondere Art sie zum Unternehmenserfolg beitragen könnten.
A – Action: Der Abschluss des Schreibens sollte einem Call-to-Action ähneln. Das heisst, der Konjunktiv («würde gerne…») ist tabu. Stattdessen sollte man versuchen, den Leser zu überzeugen, eine Einladung zu einem persönlichen Kennenlernen auszusprechen.
Wichtig ist natürlich auch, keine Standardbewerbung zu versenden, sondern das Schreiben sowohl auf den Arbeitgeber als auch auf den konkreten Job abzustimmen. Dies gelingt beispielsweise, indem man Schlüsselbegriffe aus dem jeweiligen Stellenangebot ins Schreiben aufnimmt.