Die psychologischen Aspekte des Recruiting: Was Bewerber wirklich wollen

Abschnitte

    Wenn Du Dich in letzter Zeit ein wenig mit Recruiting auseinandergesetzt hast, weisst Du sicherlich, dass hierbei unter anderem die psychologische Komponente eine wichtige Rolle spielt. Sowohl bei der Bewerbung bei einem Unternehmen als auch bei der Einstellung eines neuen Mitarbeiters geht es vielen Menschen um weitaus mehr als um finanzielle Aspekte. 

    Während es Arbeitnehmern wichtig ist, Wertschätzung für ihre Arbeit zu erfahren, möchten Unternehmen einem Fachkräftemangel vorbeugen und sich als attraktive Arbeitgeber präsentieren. Aber wie beeinflusst die Psychologie das Employer Branding eigentlich genau? Und worauf achten Bewerber, wenn sie sich dazu entscheiden, einem Unternehmen ihre Unterlagen zukommen zu lassen? Die folgenden Abschnitte beantworten diese und weitere Fragen. 

    Welchen Einfluss hat die Psychologie beim Employer Branding?

    Wer sich heute bei einem Unternehmen bewirbt, nimmt seinen potenziellen Arbeitgeber oft eingehend unter die Lupe. Vor allem die Unternehmensphilosophie und die Werte, für die das betreffende Unternehmen im Allgemeinen steht, spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. 

    Die folgenden Faktoren beeinflussen, wie eine Arbeitgebermarke von aussen wahrgenommen wird. (Wichtig! Hierbei handelt es sich lediglich um einige Beispiele. Der Bereich der Psychologie ist derart gross, dass es schwerfällt, eine komplette Auflistung zu erstellen.)

    • Farben im Logo und in der Stellenanzeige

    Wenn Du als Verantwortlicher in einem Unternehmen eine Stelle ausschreibst, solltest Du den Bereich der Farbpsychologie auf keinen Fall unterschätzen. Jede Farbe ruft andere Assoziationen hervor und kann potenzielle Bewerber mehr oder weniger stark ansprechen. 

    • Sozialpsychologie als Zeichen einer hohen Mitarbeiterzufriedenheit

    Im Idealfall sollten sich die Mitarbeiter eines Unternehmens mit der Marke, die sie vertreten, identifizieren können. Genau das kann sich bereits im Rahmen einer Stellenausschreibung zeigen. Sicherlich hast auch Du in der Vergangenheit in den Sozialen Netzwerken bereits Aufrufe in Video-Form gesehen, in denen ganze Teams erklären, wie stolz sie sind, für das betreffende Unternehmen arbeiten zu dürfen.

    • Die Charakterzüge potenzieller Bewerber

    Hast Du Dir bereits überlegt, welche Bewerber Du mit Deiner Anzeige ansprechen möchtest? Das solltest Du! Unter anderem kannst Du bereits durch die Art, wie Du Dein Unternehmen präsentierst, welche Wortwahl Du nutzt und wo Du die entsprechende Anzeige schaltest, (zumindest grob) mitbestimmen, wer sich bei Dir meldet. 

    Fest steht, dass viele Menschen ihren Traumjob über weitaus mehr als nur über ihr Gehalt definieren. Umso wichtiger ist es beim Thema „Employer Branding“ keine Kompromisse einzugehen. Als Grundregel gilt: Zufriedene Mitarbeiter und eine dementsprechend geringe Fluktuation können besonders anziehend auf Fachkräfte und alle anderen sein, die sich in beruflicher Hinsicht verwirklichen möchten. Umgekehrt wirkt es abschreckend, wenn in einem Unternehmen immer wieder neue Mitarbeiter eingestellt werden, die früh kündigen.

    Wie umfangreich der Einfluss ist, den die Psychologie auf ein überzeugendes Employer Branding hat, zeigt sich vor allem dann, wenn Du auf Storytelling setzt. Wer es schafft, die Werte der eigenen Marke mit besonderen Geschichten zu verbinden, ruft unweigerlich Emotionen hervor. Und genau diese sorgen dafür, dass sich Deine bestehenden Mitarbeiter noch besser mit dem Unternehmen identifizieren und potenzielle neue Mitarbeiter im Idealfall frühzeitig eine Verbindung aufbauen. 

    So findest Du den Richtigen: Darauf achten Bewerber!

    Mittlerweile gibt es zahlreiche Studien, in denen aufgezeigt wird, worauf Bewerber achten und was ihnen in Bezug auf eine attraktive Arbeitgebermarke wichtig ist. Hierbei geht es darum, den kompletten Bewerbungsprozess – vom ersten Kontakt bis hin zur finalen Einstellung – zu überblicken. 

    Die folgenden Details sind zahlreichen Bewerbern besonders wichtig. Dementsprechend lohnt es sich für Verantwortliche von Unternehmen, hier genau hinzuschauen, um sich gegebenenfalls aus der Masse der anderen Arbeitgeber abheben zu können. 

    • Wertschätzung

    Viele Arbeitnehmer möchten mehr als „nur“ eine Nummer sein. Dementsprechend reagieren sie sehr aufmerksam, wenn sie bemerken, dass ihnen nicht die Wertschätzung entgegengebracht wird, die sie sich erhoffen. Besagte Wertschätzung lässt sich auf unterschiedlichen Ebenen unterstreichen… und natürlich gehört auch ein faires Gehalt dazu. Weitere Details, die aufzeigen, dass Mitarbeiter nicht als selbstverständlich angesehen werden, sind unter anderem eine moderne Büroausstattung, verschiedene Benefits und eine Kommunikation auf Augenhöhe. 

    • Ein ausführliches Studieren der Bewerbungsunterlagen

    Zugegeben: Wer als Personaler jeden Tag mit etlichen Bewerbungen konfrontiert wird, muss im Laufe der Zeit oft eine gewisse Routine entwickeln. Hieraus ergibt sich oft, dass Unterlagen, die nicht auf den ersten Blick überzeugen, direkt aussortiert werden. Im Gegenzug verbringen zahlreiche Bewerber etliche Stunden damit, die „perfekten Unterlagen“ zusammenzustellen. Ob sich ein Personaler, der ein Vorstellungsgespräch führt, im Vorfeld ausreichend Zeit genommen hat, um den Bewerber über seinen Lebenslauf und die anderen Bewerbungsbestandteile kennenzulernen, zeigt sich oft während der Unterhaltung. Wer immer wieder nachschauen muss, was der Bewerber zu einem bestimmten Zeitpunkt gemacht hat, wo er tätig war und welche Kompetenzen er besitzt, wirkt schnell unstrukturiert.

    • Aussagekräftige Stellenanzeigen

    Eine Stellenanzeige sollte nicht zum Rästelraten einladen. Wenn Du dementsprechend damit beauftragt wurdest, eine Jobbeschreibung anzufertigen, sollte am Ende klar sein, welche Bewerber optimal zur Stelle passen. Rufe Dir immer wieder in Erinnerung, dass auch diejenigen, die sich bei einem Unternehmen bewerben, möglichst effektiv vorgehen möchten. Wenn Du Dich für das Schalten einer Stellenanzeige auf einer der bekannten Plattformen entscheidest, musst Du die Bereiche, die über die jeweiligen Felder abgefragt werden, eigentlich nur noch ausfüllen. 

    • Eine zeitnahe Rückmeldung

    Kein Bewerber sollte sich einige Tage nach dem Absenden seiner Bewerbung die Frage stellen müssen, ob seine Unterlagen auch tatsächlich alle angekommen sind. Dementsprechend ist es nur höflich, als Arbeitgeber zumindest eine Standard-Antwort zu verschicken. Weise darauf hin, dass Du Dich melden wirst, wenn Du eine Entscheidung getroffen hast. 

    • Ein allgemein unkomplizierter Bewerbungsprozess

    In einer Zeit, in der es problemlos möglich ist, sich über das Internet zu bewerben, sollten Bewerbungsprozesse nicht komplizierter als nötig sein. Solltest Du Dich gegen eine der gängigen Plattformen entscheiden, kannst Du mit einem aussagekräftigen Karrierebereich auf der Homepage und mit unkomplizierten Kontaktmöglichkeiten dafür sorgen, dass keine Fragen offenbleiben. 

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