Praktikum in der Schweiz, alles was Du wissen musst

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    Ein Praktikum kann eine ideale Möglichkeit bieten, in ein neues Berufsfeld einzusteigen! Dabei knüpfst Du wichtige Kontakte, erlernst die Grundlagen und kannst besser abschätzen, ob ein Job für Dich geeignet ist. Doch wie findet man eine Praktikumsstelle, für wen ist ein Praktikum geeignet und wie schreibt man eine erfolgreiche Bewerbung? Wir haben die Antworten!

    Die Rolle von Praktika für den Berufseinstieg

    Praktika haben einen gemischten Ruf: Sie wären nur Ausbeutung und sinnloses Lebenslauf-Tuning sagen die einen. Ein wichtiger Schritt bei der Berufsfindung, Gelegenheit zum Kontakte knüpfen und sammeln von Erfahrungen, heisst es von anderer Seite. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. 

    Die Idee, zuerst in ein Berufsbild oder einen konkreten Job hineinzuschnuppern, ist dabei sehr sinnvoll. Das Praktikum hilft, die eigenen Vorstellungen mit der Realität abzugleichen. Gefällt Dir Deine Zeit im jeweiligen Unternehmen, bestärkt es Dich in Deiner Berufswahl. Vielleicht hast Du auch einen guten Eindruck gemacht und so schon Deinen künftigen Arbeitgeber gefunden. 

    Aber selbst, wenn Deine Erfahrung eher negativ ausfällt, gewinnst Du wichtige Erkenntnisse: Du weisst dann, dass der Beruf (oder vielleicht nur der jeweilige Betrieb) nicht das richtige für Dich ist. In jedem Fall kannst Du hier Kontakte knüpfen, von denen Du später vielleicht profitierst. Denn die Menschen, mit denen Du dort zusammenarbeitest, werden selbst vielleicht einmal in eine andere Firma wechseln. Schon hast Du dort ebenfalls einen “Fuss in der Tür”! Das Praktikum ist dadurch für Berufseinsteigende gleich mehrfach hilfreich und ein wichtiger Baustein für die eigene Karriere

    Auch für Unternehmen unverzichtbar

    Unternehmen profitieren ebenfalls davon, Praktikumsstellen anzubieten, denn sie lernen zukünftige Mitarbeitende so schon einmal unverbindlich kennen. Den am besten geeigneten Personen können sie eine Einstellung anbieten und weniger geeignete Kandidaten auslassen. In Zeiten des Fachkräftemangels ist es zudem wichtig, künftige Expertinnen und Experten frühzeitig an den Betrieb zu binden – hier besteht also ein grosses Eigeninteresse!

    Bei einer Bewerbung für einen regulären Job sehen die Firmen durch die Praktika in Deinem Lebenslauf zudem, dass Du bereits praktische Erfahrungen gesammelt hast. Egal, ob als Pflichtpraktikum der Schule, Universität oder freiwillig: Wer ein Praktikum absolviert hat, ist nicht mehr völlig neu im Berufsleben und weiss zumindest grundsätzlich, “wie der Hase läuft”. Die Betriebe können ein Mindestmass an Professionalität und Erfahrung in der praktischen Tätigkeit erwarten. 

    Obwohl man Praktika hauptsächlich mit Schülern und Studenten in Verbindung bringt, sind sie für erfahrene Arbeitnehmer ebenfalls interessant: Sie können bei einem geplanten Wechsel in eine andere Branche oder Umschulungen helfen. Auch hier erfährst Du aus erster Hand, ob der neue Bereich tatsächlich das Richtige für dich ist.  

    Oft sind es auch praktische Gründe, die für ein Praktikum sprechen. Es ist zum Beispiel zur Überbrückung unfreiwilliger Wartezeiten nützlich. Einige Einrichtungen verkürzen sogar Deine Ausbildungszeit, wenn Du entsprechende Praktikumserfahrungen vorweisen kannst!

    Arten von Praktika

    Es gibt zahlreiche Formen von Praktika, die man anhand verschiedener Kategorien einteilen kann. Eine einfache, aber sehr wichtige Unterscheidung ist verpflichtend oder freiwillig. Ein Pflichtpraktikum wird von einer Schule oder Universität vorgeschrieben. Es soll dich auf das Berufsleben vorbereiten, damit Du nach dem Abschluss direkt ins Arbeitsleben eintauchen kannst. 

    Ein solches Praktikum geht in der Regel mit reichlich Dokumentation, Praktikumsbericht und einer Bewertung durch den Betrieb einher. Ganz anders sieht es bei der freiwilligen Variante aus: Hier ist weniger Papierkram nötig, da anstatt einer Bildungseinrichtung Du selbst die treibende Kraft bist. 

    Freiwillige Praktika müssen meist in der Freizeit oder Ferien absolviert werden und können so zusätzlichen Stress und Aufwand bedeuten. Sie machen sich jedoch sehr gut in Deinem Lebenslauf! Ein Pflichtpraktikum ist weniger beeindruckend, kann aber hervorstechen, wenn es bei einem prestigeträchtigen Unternehmen absolviert wurde. 

    Eine andere Einteilung ist anhand des Ortes denkbar: Neben dem Praktikum in der Schweiz kannst Du auch eines im Ausland durchführen. Deutschland, Italien und Österreich kommen dabei aufgrund der direkten Nähe in Betracht, aber auch weiter entfernte Ziele sind möglich. Umgekehrt kommen viele Menschen aus anderen Nationen für ein Praktikum nach Zürich, Bern und Co. 

    Die Kunst der Praktikumswahl

    Praktika unterscheiden sich zudem anhand der Länge und der Aufteilung. Abwechselnde Phasen im Betrieb und an der Universität oder in der Schule sind durchaus üblich. Einige Einrichtungen sehen sogar einen Wechsel vor, bei dem Du nur einen Tag pro Woche im Betrieb verbringst. Im Gegensatz dazu steht das Blockpraktikum, das am Stück (zum Beispiel in den Semesterferien) durchgeführt wird. 

    Ein weiterer wichtiger Unterschied ist die Entlohnung: Unbezahlte Praktika haben einen schlechten Ruf, da sie schnell einen ausbeuterischen Charakter annehmen können. Sie sind heute immer seltener zu finden, werden aber gelegentlich noch angeboten. Du solltest sie nur für sehr kurze Zeiträume annehmen! Die bezahlte Variante ist vor allem für Studenten die Regel. 

    Wie hoch die Entlohnung ausfällt, kann dir einiges darüber sagen, wie ein Unternehmen seine Praktikanten wertschätzt. Bei Firmen, die viele Praktikumsstellen, aber keine Jobs oder Ausbildungen anbieten, ist ebenfalls Vorsicht geboten. Solche Betriebe nutzen die Praktikanten oft als preiswerte Arbeitskräfte. 

    Als Sonderform kann man Trainee oder Young Professional Programme betrachten. Es handelt sich um spezielle Angebote, die den Einstieg in das Berufsleben nach abgeschlossenem Studium erleichtern sollen. Du erhältst hier eine strukturierte Einführung und Förderung, die dich in der Regel auf Führungsaufgaben vorbereiten soll. Die Anforderungen sind jedoch oft recht hoch. 

    Suche nach Praktikumsstellen

    Eine Praktikumsstelle zu finden ist viel einfacher als die Jobsuche – es kann aber dennoch einiges an Arbeit bedeuten. Das gilt insbesondere, wenn Du ein Praktikum in einer sehr speziellen Nische suchst! 

    Ideale Anlaufstellen bei der Suche sind Jobportale wie Rocken. Hier findest Du einen guten Überblick der verfügbaren Stellen und hast umfangreiche Filtermöglichkeiten. Alternativ kannst Du auch Deine Uni oder Schule befragen. Sie haben gute Verbindungen zu verschiedensten Unternehmen und können dir sagen, wo es Angebote gibt. 

    Du findest die meisten Stellen für ein Hochschul-Praktikum in Zürich, Bern, Genf, Freiburg und anderen Universitätsstädten. Hier ist die Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen und der Wirtschaft besonders ausgeprägt. Bei einem Pflichtpraktikum in der Schule sind die offenen Positionen weiter gestreut und über die ganze Schweiz verteilt. 

    Zusätzliche Informationen und offene Stellen findest Du auch bei der Schweizer Industrie– und Handelskammer. Sie bildet zudem eine wichtige Anlaufstelle für die “Schnupperlehre”: Bei dieser Praktikumsart gewinnst Du einen ersten Einblick in einen Ausbildungsberuf. 

    Eigeninitiative zahlt sich aus

    Ist bei den vielen Portalen nicht das richtige dabei oder Du hast es auf ein ganz bestimmtes Unternehmen abgesehen, kann auch Eigeninitiative helfen: Du kannst den Firmen eine Bewerbung schicken oder anrufen und direkt nach Praktikumsstellen fragen! Die Antwort lautet überraschend oft “Ja”. Manchmal schaffen die Betriebe sogar kurzerhand einen Platz für dich. Immerhin profitieren sie ebenfalls von Deiner Anwesenheit.

    Tipps für eine erfolgreiche Praktikumsbewerbung

    Eine hochwertige Bewerbung ist auch bei Praktikumsstellen Pflicht – viele Firmen erhalten hunderte von Anschreiben! Hier einige wichtige Tipps, die dir dabei helfen können, Deinen Wunschplatz zu bekommen: 

    Achte auf Vollständigkeit und Korrektheit! Stell sicher, dass alle gewünschten Unterlagen enthalten und die Daten, zum Beispiel in Deinem Lebenslauf, korrekt sind. Hast Du keine Anforderungen erhalten – etwa bei einer Initiativbewerbung – schick lieber zu viele Informationen als zu wenig. 

    Eine Bewerbung besteht üblicherweise aus Anschreiben, Lebenslauf und einem Anhang, in dem Du relevante Zeugnisse und Zertifikate beilegst.

    Rechtschreibfehler sind ein No-Go! Lass Eltern oder Freunde Dein Schreiben Korrektur lesen, bevor Du es abschickst. Vorlagen aus dem Internet oder KI-Texte sind nützlich, um den richtigen Stil zu finden. Du solltest sie jedoch nicht 1zu1 übernehmen, sondern abändern und an Deine Persönlichkeit anpassen. 

    Kurz und knackig: Aus Deinem Anschreiben sollte Deine Motivation und Qualifikation hervorgehen, aber es darf sich nicht wie ein Roman lesen. Nimm Bezug zu den Stellenanforderungen und mache deutlich, warum Du die ideale Person für diese Position bist!

    Für Bewerber aus dem Ausland, die ein Praktikum in der Schweiz absolvieren wollen: Vergiss nicht, bei Deiner Telefonnummer die passende Landesvorwahl anzugeben (+49 statt der Null zu Beginn) und das Land in der Adresse anzugeben. 

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