FREITAG lab. ag
Beschreibung
DIE GEBURT VON FREITAG
Mit der Nähmaschine in der Küche und einer Badewannen-Wäscherei: Oliver Gemperle, der ehemalige Mitbewohner von Daniel und Markus Freitag, erzählt wie die FREITAG Geschichte damals in den frühen 90er Jahren begann.
BLENDEN WIR ZURÜCK INS JAHR 1993
Mein WG-Zimmer kostet monatlich 300 Stutz. Kein Wunder, die Wohnung ist eine Bruchbude, der Putz blättert in tellergrossen Stücken von der Decke, im Bad röchelt und faucht ein gasbetriebener Durchlauferhitzer. Direkt vor dem Haus, auf der Hardbrücke, donnern die Lastwagen über die Transitroute, welche die Stadt mitten entzwei schneidet.
Einer meiner beiden Mitbewohner ist Markus Freitag. Über seine Pläne erfahre ich zuerst, als er an einem grauen Nachmittag mit Fahrrad und Anhänger aus Schlieren zurückkommt, wo er bei einer Speditionsfirma eine alte Lastwagenplane geholt hat. Er schleppt das sperrige, stinkende Ungetüm durchs Treppenhaus hoch und zieht es mit einem letzten Kraftaufwand in unsere gute Stube. «Ich habe vor, daraus eine Tasche zu machen», sagt er. Eine Tasche. Für Fahrradfahrer, aber auch sonst praktisch. Alles aus gebrauchtem Zeug wie der Plane und Fahrradschläuchen und Autogurten. Okay.
DIE ERSTE FREITAG TASCHE
Irgendwann halte ich dann die Geburtsanzeige für die erste FREITAG Tasche in der Hand: Siebdruck auf LKW-Plane, 20 x 10 cm, “SCHWERVERKEHRBAR, Do 24. März ab 1830 Uhr auf der Hardbrücke”. Bei Getränken, die aus Benzinkanistern ausgeschenkt werden, auf dem Gehsteig neben der Stadtautobahn erblickt die FREITAG Tasche das Licht der Welt. Es wird gekauft, getrunken und geschwatzt. Wenn ich das Leben zurückspulen und etwas anders machen könnte, würde ich wohl eine Kamera mitnehmen und den historischen Moment dokumentieren. Doch so habe ich einzig schöne Erinnerungen, was auch wunderbar ist.
HEUTE
ist FREITAG erwachsen und Synonym für den Aufstieg Zürichs zur stylischen und lebendigen Metropole. FREITAG steht für Innovationskraft, für Kreativität und Umweltbewusstsein. Doch das ist eine andere Geschichte, die FREITAG Story, und die zu erzählen, überlasse ich den Marketingprofis von FREITAG.
UNSERE ORGANISATIONSFORM «HOLACRACY»
2016 haben wir Holacracy als organisatorisches Betriebssystem bei FREITAG eingeführt. Bedeutet in ganz kurz: Autorität ist quer durch die ganze Firma in Form von Rollen verteilt, anstatt sie bei persönlichen Vorgesetzten zu bündeln.
Auf der Suche nach organisatorischen Wegen, um Autorität zu verteilen, Entscheidungsprozesse zu vereinfachen, Hierarchien abzubauen und die Agilität zu erhöhen, stiessen wir auf Holacracy. Und nachdem wir uns eingehender damit auseinandergesetzt hatten, entschieden wir uns im September 2016, Holacracy als organisatorisches Betriebssystem bei FREITAG einzuführen.
Die Organisationsstruktur ist nicht starr, sondern alle Mitarbeitenden können sie mittels klarer Prozesse fortwährend den Bedürfnissen anpassen. Und strukturierte Meetings sorgen für eine regelmässige, effiziente Synchronisation der voneinander abhängigen Rollen.
HOLACRACY BRINGT KLARE ROLLEN UND MEETING-FORMATE
Zusätzlich verfügen die Kreise standardmässig über die Rollen «Facilitator» und «Secretary», die bei den Meetings zum Einsatz kommen:
Im «Tactical Meeting» geht es darum, dass sich die Kreismitglieder synchronisieren, indem sie Informationen austauschen und gegebenenfalls nächste Schritte definieren, um die daraus entstehenden Herausforderungen anzugehen.
Im «Governance Meeting» geht es darum, die Organisationsstruktur zu optimieren, in dem Rollen, Kreise oder Policies (Richtlinien für die Zusammenarbeit) geschaffen, aufgelöst oder verändert werden.
Die kontinuierliche Arbeit an der Organisationsstruktur folgt einem integrativen Entscheidungsprozess. Dieser erlaubt es den Kreismitgliedern, Einwände zu Veränderungsvorschlägen einzubringen und prüft nach einem klar definierten Ablauf die Validität dieser Einwände. Valide Einwände werden in die Vorschläge integriert.