Genossenschaft WOGENO Bern
Beschreibung
Die gemeinnützige Genossenschaft WOGENO Bern setzt sich zum Ziel, Wohnraum der Spekulation zu entziehen und den Bewohnenden sicheren und selbstverwalteten Wohnraum zu ermöglichen. Die WOGENO Bern besitzt mehrere Liegenschaften in der Stadt und Region Bern. Die Häuser werden i.d.R. durch einen Hausverein selbstverwaltet und bei Bedarf durch die Geschäftsstelle der WOGENO Bern unterstützt. So können die Bewohnenden ihr Wohnumfeld aktiv mitgestalten und gute nachbarschaftliche Beziehungen pflegen.
Über uns
Die WOGENO Bern wurde 1984 als gemeinnützige Genossenschaft gegründet. Sie erlebte eine bewegte Geschichte in den vergangenen vierzig Jahren. Anlässlich des 40-Jahre-Jubiläum im Jahr 2024 wurde die Geschichte aufgearbeitet und in einer Festschrift verdichtet.
Wie sich dem historischen Abriss entnehmen lässt, war die Genossenschaft vor allem in ihren Anfangsjahren sehr bewegt, die Entwicklung stagnierte dann jedoch aufgrund finanzieller Engpässe wegen des angespannten Zinsumfeldes in den 1990er Jahren.
In den letzten Jahren konnte jedoch wieder ein neuer Entwicklungsprozess angestossen werden, welcher bis heute anhält. So befinden sich die unten beschriebenen Strukturen zurzeit im Wandel und müssen noch gefestigt werden. Zentrales Element ist dabei, dass sich die unterschiedlichen Gremien auf Augenhöhe austauschen und die Genossenschaft gemeinsam weiterentwickeln können.
Geschichte
Geschichte
Im Rahmen des 40-Jahre-Jubiläums der WOGENO Bern im Jahr 2024 entstand die Jubiläumsschrift Wie wir wohnen leben. Neben Portraits von Beteiligten wurde dabei auch die Geschichte der WOGENO Bern aufgearbeitet. Unten ist diese in Originallänge wiedergegeben.
Einleitung
40 Jahre mögen im Rahmen der Geschichte Europas oder jener der Menschheit unbedeutend sein. 40 Jahre sind im Leben von Institutionen und Unternehmen aber eine bedeutende Zeitspanne. Sie machen heute rund die Hälfte der Lebenszeit eines Menschen in Mitteleuropa aus. Angesichts der aktuellen schweizerischen Wahrnehmung der Welt als Herd von Unruhen, Kriegen und dem Untergang einer systemrelevanten Bank stellen stabile Organisationen wie Genossenschaften eine Art Fels in der Brandung im schweizerischen Selbstverständnis dar.
Genossenschaften, 1986er-Bewegung, Selbstverwaltung
Genossenschaften gehören als sogenannte Talgenossenschaften zum Rütlischwur, sie haben die Entstehung der Urschweiz im Mittelalter geprägt. Bekannt sind beispielsweise die Käserei- und Alpgenossenschaften, die auch heute noch Bestand haben. Die Idee der Selbsthilfe steht bei dieser Form von politischen und wirtschaftlichen Unternehmen im Vordergrund. Während der Industrialisierung und inspiriert durch Ideen aus Grossbritannien, Frankreich und Deutschland wurden in der Schweiz von Teilen der Arbeiterbewegung Genossenschaften gegründet.
Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der Genossenschaften in der Schweiz bis in die 1950er-Jahre. Dabei fällt auf, dass Bau- und Wohngenossenschaften ab den 1940er-Jahren enorm anstiegen. Grund dafür war der Mangel an günstigem Wohnraum und der von der Sozialdemokratischen Partei (SP) initiierte Wirtschaftsartikel in der Bundesverfassung, der mit der Förderung des sozialen Wohnungsbaus in Verbindung steht.
Mit der 1968er- und 1980er-Bewegung kamen die Forderungen nach mehr Autonomie und Mitbestimmung in allen Lebensbereichen auf, was sich stark auf die Genossenschaften auswirkte – auch auf die in den 1980er-Jahren gegründeten Bau- und Wohngenossenschaften. Ihr zentrales Anliegen war die Selbstverwaltung. Die Bewohner:innen konnten nun mitbestimmen bei der Auswahl der Mieter:innen, bei Renovationen usw.