Du möchtest am liebsten in allen Produktionsphasen mit dabei sein: Von der ersten Planung bis hin zur Auslieferung? Dann solltest Du Dir den Beruf des Konstrukteurs näher anschauen. Denn hier arbeitest Du beim kompletten Fertigungsprozess mit: Am Stück oder aber in Teilprojekten, zumeist gemeinsam mit weiteren Experten.
Wo genau Du eingesetzt wirst, entscheidet Dein Vorgesetzter anhand der individuellen Kundenanforderungen. Doch natürlich trifft er seine Entscheidung auch in Hinblick auf Deine Spezialisierung als Branchenexperte. So kannst Du eine Karriere als Konstrukteur im Maschinenbau, im Metallbau oder mit Schwerpunkt auf Computer Aided Designs (CAD) anstreben. Abhängig von Deinem konkreten Konstrukteur-Job gestaltet sich auch die Höhe Deines Gehalts. Bei uns erfährst Du, welche Aspekte mit in Deinen Monatsverdienst als Konstrukteur einfliessen. Und natürlich auch noch einmal im Detail, was für Aufgaben in welchen Branchen vor Dir liegen. Lassen sich Deine Interessen mit dem Berufsbild vereinbaren?
Was verdient ein Konstrukteur?
Was verdient ein Konstrukteur? Eine genaue Summe können wir Dir hier leider nicht präsentieren. Wobei – dass stimmt so nicht ganz. Das durchschnittliche Jahresgehalt eines Konstrukteurs in der Schweiz liegt nach einer Auswertung von über 2150 Saläreinträgen bei etwa 66.242 CHF brutto. Doch verlasse Dich keinesfalls auf diese Zahl als feststehende Gehaltsgrundlage. Denn zahlreiche Faktoren fliessen in Deinen individuellen Lohn als Konstrukteur mit ein:
- Dein Alter bzw. Deine Berufserfahrung: Bis zu einem Alter von 35 Jahren wirst Du das angegebene Gehalt nur in Ausnahmefällen gezahlt bekommen. Ab diesem Zeitpunkt führt die Kurve allerdings stetig nach oben und kann am Ende Deiner Laufbahn sogar die 85.000 CHF-Marke erreichen. Als Neuling ohne jegliche Berufserfahrung erhältst Du zunächst gut 61.000 CHF brutto im Jahr.
- Deine Branche: Als Konstrukteur im Metallbau liegt Dein Gehaltsniveau in der Regel unter dem eines CAD-Konstrukteurs. Auch Dein Lohn als Design Engineer gleicht nicht dem eines Konstrukteurs im Maschinenbau. Begibst Du Dich in die chemische, Pharma- oder Autoindustrie, kannst Du mit den höchsten Verdiensten rechnen.
- Die Unternehmensgrösse: Grundsätzlich steigt Dein Gehalt mit der Grösse des Unternehmens, für das Du tätig bist. Dies liegt nicht daran, dass es sich internationale Konzerne leisten können und familiäre Kleinbetriebe nicht. Vielmehr wächst Deine Spezialisierung auf bestimmte Konstruktionsaufgaben mit der Anzahl der Mitarbeiter und Projekte. Denn in einem global tätigen Konzern wirst Du immer im Team arbeiten, möglicherweise sogar in einer eigenen Abteilung für Konstruktionsingenieure. Und jeder von Euch fokussiert sich hier in der Regel auf bestimmte Teilbereiche. Als alleiniger Mitarbeiter in einem kleinen Familienunternehmen hingegen bearbeitest Du so gut wie alles.
- Der Kanton: Auch die Lage Deines Unternehmensstandortes beeinflusst Deine Lohnhöhe. Denn diese richtet sich auch nach den lokalen durchschnittlichen Lebenshaltungskosten. Die Wirtschaftskraft der Region spielt eine Rolle sowie deren Attraktivität bei Industrie und Touristen. Und das Gefälle ist gross in der Schweiz. So lebst Du in den Kantonen Uri, Appenzell und Glarus deutlich günstiger als in Grossstädten wie Zürich oder Genf. Doch vergiss nicht: Du verdienst zwar mehr, musst aber auch mehr ausgeben.
- Zusatzfähigkeiten. Als Konstrukteur kannst Du Dich jederzeit fort- und weiterbilden. Je mehr Schulungen und Seminare Du vorweisen kannst, desto eher winkt eine Gehaltserhöhung. Mögliche Spezialisierungen haben wir bereits genannt. Als Design Engineer entwickelst Du neue Produkte für Deinen Arbeitgeber, als CAD-Konstrukteur legst Du Deinen Fokus auf EDV-basierte Aufgaben. Zusätzlich werden überdurchschnittliche Kenntnisse in Ökonomie oder Fremdsprachen fast immer gesondert belohnt.
Diese Qualifikationen solltest Du mitbringen
Welchen Konstrukteur-Job Du später auch ausüben möchtest: Du solltest über bestimmte Fähigkeiten verfügen. Bedenke zudem Deine persönlichen Vorlieben und Eigenschaften – schliesslich möchtest Du auch Spass an Deiner Arbeit haben. Von offizieller Seite her gibt es nur eine einzige Anmeldevoraussetzung für die Aufnahme einer Konstrukteur-Ausbildung. Du musst nachweisen können, die Volksschule erfolgreich beendet zu haben. Alles Weitere hängt von Dir ab. Dabei ähneln sich die Anforderungen an Konstrukteure trotz der enormen Bandbreite an Industriegütern und Handwerksprodukten grundsätzlich sehr. Danach solltest Du
- mathematisch gewandt sein
- über räumliches Vorstellungsvermögen verfügen
- analytisch denken können
- Englisch auf einem Basisniveau beherrschen
- erarbeitete Lösungen gewandt präsentieren können
- technische Zusammenhänge verstehen
- Interesse für physikalische Vorgänge zeigen
- Grundkenntnisse in Werkstoffkunde verfügen
- CAD-Systeme verstehen
- präzise nach Normenvorgaben arbeiten können
- kaufmännisches Verständnis zeigen
Du siehst also: Für Konstrukteure sind fundierte technische Fähigkeiten die Basis für alle anstehenden Aufgaben. Und das unabhängig davon, ob Du CAD-Konstrukteur, Konstrukteur im Metallbau oder in der Automobilindustrie werden möchtest.
Neben den fachlichen Voraussetzungen solltest Du als Konstruktionsingenieur auch einige persönliche Eigenschaften mitbringen. An vorderster Stelle steht die Kreativität. Du bist verantwortlich für neue Lösungswege – ohne ein wenig Fantasie wirst Du hier nicht weit kommen. Denn Du musst Kundenwünsche berücksichtigen und gleichzeitig das Unternehmensziel vor Augen haben. Und daraus ein praktisches und möglicherweise auch optisch ansprechendes Produkt zaubern. Konstruierst Du etwas Neues für Verbraucher direkt, solltest Du daher auch über ein Gespür für Ästhetik verfügen. Und als Design Engineer sowieso.
Allerdings bist Du in den seltensten Fällen alleine verantwortlich. So solltest Du gerne im Team arbeiten, kommunikativ und zuverlässig sein. Auch Kritik musst Du Dir gefallen lassen können, gleichzeitig jedoch über Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen verfügen. Testphasen von Prototypen verlaufen nur selten sofort ohne Reibungspunkte. Wirf die Flinte nicht ins Korn, sondern nimm die Herausforderung an! Wenn Du das nicht kannst, ist der Job eines Konstrukteurs wahrscheinlich nicht der richtige für Dich.
Was genau macht ein Konstrukteur eigentlich?
Einiges konntest Du den bisherigen Zeilen ja schon entnehmen. Sehen wir nochmal genau hin und fassen zusammen, was ein Konstrukteur im Einzelnen jeden Tag so macht. Grundsätzlich besteht der Hauptaufgabenbereich aller Konstrukteure im Planen und Konstruieren von marktgängigen Produkten, innovativen Geräten oder Maschinen. So musst Du die Anforderungen der Verbraucher kennen und Dich zugleich nach internen Betriebsvorgaben richten. Du betrachtest die aktuelle Marktsituation unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten und beziehst sicherheitsrelevante Aspekte und Rechtsnormen mit in Deine Entwürfe ein.
Bist Du als Konstrukteur im Anlagenbau tätig, spielen optische Gesichtspunkte eine untergeordnete Rolle. Hier musst Du praktische Lösungen finden, die Deinem Arbeitgeber am Ende höhere Umsätze verschaffen. Du arbeitest zudem eng mit der Forschungs- und Entwicklungsabteilung Deines Unternehmens zusammen. Als Konstrukteur im Maschinenbau und auch als Konstrukteur im Metallbau entwickelst Du nicht nur neue Maschinen. Du baust auch bestehende Anlagen anhand von Kundenwünschen um und wertest Messdaten der Konstruktion aus. Von Beginn an bist Du verantwortlich für die Einhaltung von Materialvorgaben einzelner Bauteile sowie einschlägiger DIN-Normen. Du musst penibel Passungen und Toleranzen kalkulieren und stets den Kontakt zu Deiner Führungsebene halten. Als Design Engineer erstellst Du darüber hinaus Bedienungsanleitungen in Text und Bild.
Wir haben Dir die einzelnen Projektphasen eines Konstruktionsingenieurs von der Auftragserteilung bis zur Gebrauchsfähigkeit aufgelistet:
- Deinen Erstentwurf fertigst Du als Rohskizze
- Es folgt ein detailliert ausgearbeiteter Plan
- Du kalkulierst die unterschiedlichen Grössen und Masse
- Du triffst die Auswahl der erforderlichen Werkstoffe und legst die Toleranzen fest
- Aus den handgeschriebenen Skizzen erstellst Du mithilfe von CAD hochwertige Grafiken
- Als Design Engineer untersuchst Du Produkte für Privatpersonen zudem auf ästhetische Gesichtspunkte
In diesen Branchen kannst Du Fuss fassen
Konstrukteure werden in den verschiedensten Sparten gesucht. So kannst Du in Industrie und Gewerbe Fuss fassen, Dich bei Herstellerfirmen, Dienstleistern oder Ingenieuragenturen bewerben.
Grosskonzerne fertigen ihre Produkte im Normalfall in grossen Stückzahlen. Für die Serienherstellung fertigst Du die passenden Formen und Werkzeuge. Oft hat jeder Konstrukteur im Team ein eigenes Aufgabenfeld, so dass Du Dich auf einen Bereich spezialisieren kannst. Als Gruppe arbeitet Ihr zusammen mit anderen Abteilungen, steht aber auch in Kontakt mit Kunden und Lieferanten.
Entscheidest Du Dich für ein kleines oder mittelgrosses Unternehmen, erwarten Dich vielfältigere Aufgaben. Zwar hast Du auch hier in der Regel eine Kernaufgabe. Doch Du bist auch für Bereiche aus dem Einkauf, Vertrieb oder der Fertigung verantwortlich. Im Laufe der Zeit kannst Du Dich für Führungsaufgaben qualifizieren.
Bei Dienstleistungsunternehmen und in Ingenieurbüros realisierst Du projektbezogen individuelle Kundenanforderungen. Eventuell arbeitest Du hier ausnahmsweise nicht in Deiner gewohnten Umgebung, sondern beim Kunden vor Ort. Dadurch erhältst Du die Gelegenheit, weitere Kontakte zu knüpfen und Branchenexperten aus anderen Fachrichtungen und Regionen kennenzulernen.
Dein Konstrukteur-Job kann Dich auch in die Architektur führen, für die Du technische Fachplanungen übernimmst. Und auch im Holz-, Möbel- und Fahrzeugbau werden immer wieder Konstrukteure gesucht.
Nun weisst Du, womit sich Konstrukteure den ganzen Tag beschäftigen. Bist Du trotzdem noch unschlüssig, bewirb Dich um ein Praktikum bei einem Unternehmen der Fachrichtung Deiner Wahl. So erhältst Du Einblick in den alltäglichen Arbeitsablauf und kannst anschließend eine fundierte Entscheidung treffen.