Im Rahmen klassischer Bewerbungen enthalten die meisten Ausschreibungen für Jobs in der Schweiz ein klares Anforderungsprofil. Bei Initiativbewerbungen dagegen fragen sich viele Bewerber, wie diese zu schreiben und welche Formulierungen passend sind. Wann es Sinn macht, sich initiativ zu bewerben und wie man das Bewerbungsschreiben im Rahmen einer Spontanbewerbung aufsetzt, verrät der folgende Beitrag.
Initiativbewerbung – was ist das?
Das Wort «Initiative» sagt es bereits: Mit einer Initiativbewerbung bewirbt man sich bei einem Unternehmen, obwohl offiziell keine Stelle ausgeschrieben ist. Es gibt daher kein klares Anforderungsprofil, auf das im Anschreiben Bezug genommen werden könnte. Üblicherweise jedoch sind Initiativbewerbungen ebenfalls auf eine bestimmte Position oder Abteilung abgestimmt. Die Anforderungen sind also in der Regel bekannt.
Initiativbewerbungen machen bei grossen Unternehmen und Konzernen mehr Sinn als bei kleinen Betrieben. Der Grund? Letztere haben meist nicht die finanziellen Mittel, um zusätzliche Stellen zu schaffen. Geeignet sind auch Branchen, in denen akuter Fachkräftemangel herrscht.
Als Anlass für eine Spontanbewerbung können zum Beispiel das Interesse an einem Unternehmen oder Informationen aus dem persönlichen Netzwerk beziehungsweise den Medien dienen. So kann es zum Beispiel lohnenswert sein, eine Bewerbung zu senden, wenn Du in der Presse von einer Neueröffnung oder einer Standorterweiterung erfährst.
Ein Hinweis: Die Blindbewerbung ist zwar eine Form der Initiativbewerbung, zielt aber nicht auf eine konkrete Position oder Abteilung ab. Während bei der Initiativbewerbung ein Ansprechpartner bekannt ist und eine persönliche Anrede erfolgt, ist das Anschreiben bei der Blindbewerbung unpersönlich und allgemein formuliert. Es geht darum darzulegen, welche Kompetenzen der Bewerber einbringen kann. Die Blindbewerbung dient oft als Massenbewerbung für viele verschiedene Unternehmen.
Vorteile der Initiativbewerbung
Rund 80 Prozent aller offenen Jobs in der Schweiz werden ganz ohne öffentliche Ausschreibung besetzt. Um an die Traumstelle zu kommen, ist also Vitamin B erforderlich – oder aber eine Spontanbewerbung. Egal, ob es um Festanstellung oder ein Praktikum geht – eine Initiativbewerbung um Jobs in der Schweiz hält einige Vorteile bereit. So ist diese Bewerbungsform bei vielen grossen, aber auch mittelständischen Unternehmen durchaus beliebt. Der Grund: Eine Initiativbewerbung belegt das hohe Interesse des Bewerbers am Unternehmen und wird als Zeichen für Proaktivität und Motivation gesehen.
Ein weiterer Vorteil ist, dass es im Falle einer Spontanbewerbung keine oder nur wenige Mitbewerber gibt. Selbst wenn gerade keine Stelle frei sein sollte, behalten die meisten Arbeitgeber die Bewerbungsunterlagen für spätere Einstellungsverfahren. Ausserdem hast Du im Anschreiben die Möglichkeit, Deine Stärken und Qualifikationen darzustellen, ohne auf die spezifischen Anforderungen einer Stellenanzeige eingehen zu müssen. Nicht zuletzt hast Du mit einer Initiativbewerbung die Chance auf Jobs, die eigentlich nur auf Empfehlung oder durch einen Headhunter vergeben würden.
Der erste Kontakt
Gerade wenn man sich initiativ bewirbt, stellt sich die Frage, wie die erste Kontaktaufnahme zum Unternehmen aussehen soll. Was ist zu tun, wenn auf der Unternehmenswebseite kein Ansprechpartner für diese Bewerbungsart genannt wird? Zum Glück gibt es noch die Möglichkeit, über das Telefon ein persönliches Gespräch zu führen. Während des Telefonats kannst Du zum Beispiel Bezug auf Dein Interesse nehmen, gerade bei diesem Unternehmen arbeiten zu wollen. Das weckt Sympathie und Offenheit für die anschliessende Frage, ob und auf welchem Weg Initiativbewerbungen entgegengenommen werden.
Doch was, wenn das Unternehmen auf seiner Webseite oder am Telefon betont, dass Initiativbewerbungen nicht erwünscht sind? In diesem Fall solltest Du Dir die Mühe sparen und auf die nächste offizielle Ausschreibung warten. Die Wahrscheinlichkeit, dass Deine Bewerbung gar nicht gelesen wird, ist in diesem Fall einfach zu hoch.
Recherche für die Initiativbewerbung
Ein Nachteil der Spontan Bewerbung ist, dass ihre Vorbereitung häufig sehr zeitintensiv ist. Der Grund: Informationen, die sonst in der Ausschreibung zu finden sind, müssen erst noch beschafft werden. Um eine erfolgreiche Bewerbung zu verfassen, musst Du also zunächst eine aufwändige Recherche betreiben.
Meist bietet die Unternehmenswebseite schon einige wichtige Infos zum Berufsfeld und möglichen Anforderungen. Dort finden sich in der Regel ausserdem Informationen zum Leitbild und zur Unternehmensphilosophie sowie Angaben zur Belegschaft und relevante Wirtschaftskennziffern.
Weitere Informationsquellen können Job- und Fachmessen für Jobs in der Schweiz sein. Diese bieten die Möglichkeit, in direkten Kontakt zu bereits beim Wunschunternehmen beschäftigten Personen zu kommen. Lass dich in diesem Rahmen beispielsweise zum Anforderungsprofil, zu Unternehmensstruktur oder seiner Philosophie beraten.
Neben der Branche und den speziellen Geschäftsfeldern können auch Informationen zur Grösse des Unternehmens und seiner wirtschaftlichen Lage interessant sein. Erfahrungen ehemaliger oder gegenwärtiger Angestellter können Dir einen Einblick in die berufliche Praxis und die Unternehmenskultur geben.
Weitere nützliche Bezugsquellen, die helfen, das Anforderungsprofil einzugrenzen, sind Unternehmen, die Deinem Wunschbetrieb hinsichtlich Branche und Grösse ähneln.
Das Schreiben der Initiativbewerbung
In ihren formalen und inhaltlichen Aspekten ähnelt die Initiativbewerbung für Jobs in der Schweiz stark traditionellen Bewerbungen. Was den Umfang der Bewerbung und das Erstellen des Anschreibens angeht, solltest du jedoch einige besondere Punkte beachten.
Der Umfang der Bewerbung
Eine pauschale Anleitung für das Erstellen von Initiativbewerbungen gibt es nicht. Während häufig schon ein sehr knapp gehaltenes Anschreiben ausreicht, muss es in anderen Fällen ein vollständiges Bewerbungsdossier sein. Welche Unterlagen einzureichen sind, erfährst du häufig auf der Webseite des Unternehmens. Da eine Initiativbewerbung zu 100 Prozent überzeugend sein muss, solltest Du beim Prüfen der Unterlagen sehr sorgfältig sein. Schon kleine Fehler in der Form können dazu führen, dass man Deiner Bewerbung nach einem kurzen Blick keine Beachtung mehr schenkt.
Das Anschreiben
Der formale und inhaltliche Aufbau einer Initiativbewerbung für Jobs in der Schweiz unterscheidet sich kaum von dem einer herkömmlichen Bewerbung. An einigen Stellen des Bewerbungsschreibens solltest Du jedoch deutlich machen, dass es sich um eine initiative Bewerbung handelt.
Betreff: Idealerweise erwähnst Du schon in der Betreffzeile, dass es sich um eine Initiativbewerbung handelt. Ansonsten droht Deiner Bewerbung das vorzeitige Aus, weil sie keiner Stellenausschreibung zugeordnet werden kann. Empfehlenswert ist beispielsweise folgende Formulierung: «Initiativbewerbung als…» oder «Initiativbewerbung für die Abteilung…». Bei einer Blindbewerbung reicht der Betreff «Initiativbewerbung».
Einleitung: Im Anschreiben zeigst Du, wie intensiv Du Dich mit dem jeweiligen Unternehmen beschäftigt hast. Dafür hast Du in der Initiativbewerbung besonders viel Platz, da Du hier nicht beschreiben musst, inwiefern Deine Qualifikationen zum Anforderungsprofil passen. Deshalb solltest Du Dein angelesenes Wissen schon in der Einleitung einbringen. Erwähne zum Beispiel Personallücken in einer bestimmten Abteilung und werbe für Deine eigenen Stärken. Ausserdem hast du hier ausreichend Platz, um zu erklären, wie Du auf das Unternehmen aufmerksam geworden bist.
Gerade bei der Initiativbewerbung sind Standardfloskeln zu vermeiden. Schliesslich soll Deine Bewerbung etwas Besonderes sein und das Interesse des potenziellen Arbeitgebers wecken. Denk dir also etwas Besseres aus als den Standard-Satz «Hiermit bewerbe ich mich initiativ bei Ihnen als…». Schliesslich erhoffst Du Dir, dass man extra für Dich eine neue Stelle schafft.
Hauptteil: Dieser Teil der Initiativbewerbung enthält Deine Kompetenzen und Qualifikationen. Hier geht es jedoch nicht darum, den Lebenslauf auszuformulieren, sondern kreativ zu werden. Für das Unternehmen relevante Fähigkeiten sollen hervorgehoben werden. Ausserdem sollte man verdeutlichen, inwiefern man dem Unternehmen einen Mehrwert bieten kann. Warum passt gerade Du so gut ins Team? Was zeichnet Dein Kompetenzprofil aus und was begeistert Dich an dem Tätigkeitsfeld? Deine Motivation sollte dem Personaler schon beim ersten Lesen vollkommen klar sein.
Lebenslauf und Deckblatt: Beim Zusammenstellen eines kompletten Bewerbungsdossiers, benötigst Du neben dem Anschreiben einen Lebenslauf und ein ansprechendes Deckblatt. Beide unterscheiden sich nicht von einer herkömmlichen Bewerbung. Der Lebenslauf sollte strukturiert gestaltet sein und alle relevanten Erfahrungen, Qualifikationen und Erfolge beinhalten.